netzeitung.deBündnis gegen neues Urheberrecht

 Herausgeber: netzeitung.de

Journalisten, Schriftsteller, Künstler, Verleger und Buchhändler sehen sich durch das neue Urheberecht benachteiligt. Es führe zu bei ihnen zu Einahmeausfällen, so der Tenor.

Das von der Bundesregierung geplante neue Urheberrecht führt nach Ansicht eines «Aktionsbündnisses Kopiervergütung» zu «massiven Einnahmeausfällen auf Seiten der Kreativen». Mit der Gesetzesänderung, die in der Nacht zum Freitag in erster Lesung im Bundestag beraten wird, fände ein «schleichender Ausverkauf» der kreativen Kräfte dieses Landes statt, kritisierte das Aktionsbündnis am Donnerstag.
Schlag ins Gesicht
Der Regierungsentwurf sei «ein Schlag ins Gesicht aller Urheber», meinte Ferdinand Melichar vom Vorstand der VG Wort. Melichar verwies auf eine Stellungnahme des Kulturausschusses des Bundesrates, der die geplanten Änderungen des Urheberrechtes abgelehnt habe, da sie «den Interessen der Computerindustrie höheres Gewicht beimessen als einer gesicherten Rechtsposition der schöpferisch Tätigen».
Schlechter gestellt als bisher
Nach Ansicht der Gegner der Novelle werden die Urheber bei der künftigen Kopiervergütung erheblich schlechter gestellt als bisher. Zum «Aktionsbündnis Kopiervergütung» gehören unter anderem der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger, der Deutsche Journalisten- Verband (DJV), das PEN-Zentrum Deutschland, der Verband deutscher Schriftsteller, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler.

Nach dem Gesetzentwurf soll die Vergütung für die Urheber zwischen den Verwertungsgesellschaften und den Herstellern von Geräten, mit denen Kopien gefertigt werden können, ausgehandelt werden. Der Entwurf schreibt als Obergrenze fünf Prozent des Verkaufspreises des jeweiligen Gerätes fest. Bisher sind die auf den Kaufpreis aufgeschlagenen Abgaben gesetzlich detailliert geregelt. (nz)