29.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Friedrich Nowottny
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Für Ex-WDR-Intendant Nowottny ist der künftige «Christiansen»-Moderator Jauch nicht politisch genug. Für Zuschauerverluste der ARD-Sendung macht er die Besetzung verantwortlich.
Nach Ansicht des früheren WDR-Intendant Friedrich Nowottny muss sich Fernsehmoderator Günther Jauch für die Übernahme der «Christiansen»-Talkshow deutlich verändern. Jauch habe in seinem Leben schon alles mögliche gemacht, so Nowottny im «Tagesspiegel». «Eine politische Talkshow war nicht darunter.» Die Moderation des sonntäglichen ARD-Polittalks «wird eine große Umstellung für ihn bringen». Die ARD-Journalistin Sabine Christiansen will die nach ihr benannte Sendung ab September 2007 abgeben, Jauch werde ihr nachfolgen, gab die ARD vergangene Woche bekannt.
Jauch «war in allen Sendungen, die er bisher gemacht hat, sehr gut: herausragend, fleißig, aber Politisches ist mir nicht in Erinnerung», sagte Nowottny, der bis 1985 für die ARD den «Bericht aus Bonn» moderierte. Aber, so der Ex-Intendant, «Politik ist noch nicht seine Sache».
Promis herausgefegtMit dem Potsdamer Multitalent Jauch («stern-TV», «Wer wird Millionär») verbindet die ARD unter anderem die Hoffnung, dass die «Christiansen»-Talkshow Quotenverluste wettmachen kann. Die ARD-Sendung verliert Zuschauer, der an Donnerstagen im ZDF ausgefochtene Polit-Meinungsstreit «Berlin Mitte» genießt dagegen konstante Zuschauersympathie. Nowottnys Problemanalyse: «Vielleicht liegt das ja an der Mischung bei 'Sabine Christiansen', sie hat ja die Promis aus der Politik, außer im Vorspann, weitgehend aus ihrer Sendung herausgefegt.»
In dem bekannten, vor der Anmoderation eingespielten Trailer-Film schmückt sich Christiansen mit einer Auswahl ihrer bisherigen Gäste von Microsoft-Mitbesitzer Bill Gates bis hin zu früheren Sowjetpräsidenten. Er empfinde das nicht als Nachteil, fügte Nowottny hinzu. Aber das Publikum möge wohl Prominente »Nasen« lieber als Fachleute, die etwas zu sagen haben. (nz)