09. Jun 2006 11:13
Erziehungshilfe durch Fernsehsendungen wie die «Super-Nanny» erfreut sich großer Beliebtheit. Allerdings kann so etwas mehr schaden als nutzen – wie sich jetzt in Hessen gezeigt hat.
Die Eltern des Jungen hätten wegen Problemen mit der Erziehung ihres Sohnes die Hilfe der Fernseh-Nanny eines privaten Fernsehsenders in Anspruch genommen, berichtet die Polizei. Davon offenbar noch angestachelt, habe dieser zunächst rund zwei Liter Bier heruntergekippt und sei dann mit Freunden und dem Fernsehteam im Schlepptau lärmend durch den Ort gezogen.Zum ersten Kontakt mit der Polizei kam es, als der Jugendliche auf einem Festplatz Streit anzettelte und auf ein Auto stieg, um es an der Wegfahrt zu hindern. Die Ermahnung durch die Beamten half aber offenbar nicht viel: Nur rund 40 Minuten später trafen sich Jugendlicher, Kamerateam und Polizei wieder. Inzwischen war der 17-Jährige zu einem Haus gegangen, um dort eine alte Auseinandersetzung zu klären. Da die Bewohner jedoch die Tür nicht öffneten und die Jalousinen herunterließen, randalierte der Jugendliche vor dem Eingang – und das so ausdauernd und uneinsichtig, dass ihn die Beamten schließlich über Nacht in eine Zelle steckten.
Gegen den Jungen werde momentan ermittelt, berichtet die Polizei. Es gebe keine Hinweise darauf, dass das Fernsehteam das Verhalten provoziert habe. (nz)