netzeitung.deRTL-Bericht zu Angriff auf Lehrerin kritisiert

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Die Schule, auf die der Zwölfjährige geht (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Schule, auf die der Zwölfjährige geht
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

RTL sendete am Dienstag ein Interview mit einem Zwölfjährigen, der auf eine Lehrerin eingeprügelt hatte. Der Sohn der Verletzten ist wegen der Art der Berichterstattung «fassungslos», wie er der Netzeitung sagte.

Die Berichterstattung des Privatsenders RTL über einen Berliner Grundschüler, der auf eine Lehrerin eingeschlagen hat, ist bei den Angehörigen der verletzten Frau auf Empörung gestoßen. «Ich bin fassungslos, wie RTL ohne auch nur den Hauch von Problembewusstsein dem jugendlichen Intensivtäter eine derartige Öffentlichkeit einräumt», sagte Steffen M., Sohn der Lehrerin, der Netzeitung. RTL präsentierte am Dienstagmorgen ein Interview mit dem zwölfjährigen Schüler.

Aus Sicht der Familie werden Jugendliche «durch diese Form der falschen Anerkennung bestärkt, derartige Gewaltexzesse zu begehen, weil als Belohnung das Fernsehen winkt», so der 30-Jährige. Er könne sich nicht vorstellen, wie der RTL-Beitrag mit journalistischen-ethischen Maßstäben zu vereinbaren sei.

M. fordert RTL auf, auf die Ausstrahlung dieses Beitrages «unverzüglich freiwillig zu verzichten». Andernfalls wolle er prüfen, dagegen juristisch vorzugehen. In dem Beitrag seien auch Bilder der Verletzten zu sehen, ohne dass diese ihr Einverständnis gegeben hätte. Aus Sicht der Angehörigen wird dadurch das Recht auf Persönlichkeitsschutz verletzt.

Vom Sender erwartet M. zudem eine «Erklärung, ob dem Täter für diesen Beitrag Aufwandsentschädigungen versprochen oder bezahlt wurden.» Andere Sender oder Sendeformate, die eine ähnliche Berichterstattung planten, wolle man bitten, davon Abstand zu nehmen, so der 30-Jährige.

Der zwölfjährige Berliner Grundschüler hatte laut Polizei am Montag in Kreuzberg der 62-jährigen Gymnasiallehrerin mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Die Frau musste daraufhin stationär behandelt werden.


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