Im Gegensatz zur «FTD» werde «Business News» aber nicht auf rund 140, sondern nur auf knapp 20 Redakteure zurückgreifen können. Zu schaffen ist dieses Kunststück lediglich, weil sich «Business News» ebenso wie der Vorgänger «News» aus anderen Holtzbrinck-Titeln wie «Handelsblatt», «Wirtschaftswoche» und «Tagesspiegel» speisen wird. Verlagsintern ist das Projekt höchst umstritten. Besonders die Kollegen vom «Handelsblatt» fürchten, dass «Business News» die etablierte Wirtschafts-Tageszeitung kannibalisieren könnte. Schließlich liefert das neue Tabloid für 50 Cent die Zusammenfassung des mit 1,80 Euro mehr als dreimal so teuren «Handelsblatt». Letztlich hätten sich in der Verlagsgruppe Holtzbrinck dennoch die Befürworter des Projekts durchgesetzt, hieß es. Dass bei «News» Handlungsbedarf besteht, ist ohnehin nicht zu leugnen. Als die Zeitung im September 2004 auf den Markt kam, war die Frankfurter Ausgabe eigentlich nur als Pilotprojekt für eine bundesweite Verbreitung geplant. Doch Regionalverlage, die mit «News» in anderen Ballungsgebieten kooperieren wollten, fanden sich nicht. Auch bei der Auflage steht die Zeitung hinter den Erwartungen zurück. Zwar beharrt der Verlag offiziell weiterhin auf einer verkauften Auflage von 7.500 Stück. Der Branchendienst Kress beziffert die Zahl jedoch nur noch auf 500 Zeitungen pro Tag. (nz)