netzeitung.de«Verschlossene Auster» für Bahnchef Mehdorn

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Hartmut Mehdorn (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Hartmut Mehdorn
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Der Chef der Deutschen Bahn hat den Preis für die schlechteste Informationspolitik bekommen. In die engere Auswahl für die «Auszeichnung» kam auch Google.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bahn, Hartmut Mehdorn, ist mit der «Verschlossenen Auster» ausgezeichnet worden. Die Journalistenorganisation «Netzwerk Recherche» vergab den Preis an Mehdorn wegen der unzulänglichen Informationspolitik seines Unternehmens.

Die Bahn verteile keine Drehgenehmigungen an kritische Journalisten und habe auf den kritischen Bericht eines Wirtschaftsmagazins mit dem Entzug eines Anzeigenauftrags in sechsstelliger Höhe reagiert, sagte die Journalistenorganisation am Samstag in Hamburg. Zudem habe die Bahn eine geplante Wanderausstellung mit dem Titel «Die Bahn und Auschwitz» auf deutschen Bahnhöfen verhindert.

Bahn-Chef schießt zurück
Mehdorn erklärte in einer Stellungnahme, allein in den vergangenen zwölf Monaten habe die Bahn 4.600 Presseerklärungen veröffentlicht. Dazu kämen 500 Pressekonferenzen. Die Bahn betreibe daher keine «verschlossene» Informationspolitik.

Gleichzeitig kritisierte der Bahn-Chef Praktiken des Journalismus. «Ich registriere mit einer gewissen Wehmut, dass der gute alte Journalismus in Deutschland, der auf fundierte und seriöse Recherche setzt, leider immer weniger wird», konstatierte Mehdorn.

Google gibt keine Interviews
Wie das «Netzwerk Recherche» mitteilte, kam auch das Unternehmen Google in die engere Auswahl für die «Verschlossene Auster». Das Unternehmen gebe keine Interviews, Presseauskünfte und betreibe eine insgesamt restriktive Informationspolitik, hieß es.

Das «Netzwerk Recherche» vergibt den Negativ-Preis einmal im Jahr an besonders pressefeindliche Personen, Organisationen oder Unternehmen. Zu den vergangenen Preisträgern zählen der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily, der Präsident des Deutschen Fußballbundes, Gerhard Mayer-Vorfelder, sowie die Unternehmen Aldi und Lidl. (nz)