netzeitung.deZypries für mediale Selbstkritik in BND-Affäre

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Brigitte Zypries (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Brigitte Zypries
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In der Affäre um die Bespitzelung von Journalisten durch Geheimdienstler hat Justizministerin Zypries Selbstkritik der Medien gefordert. Denn auch das Verhalten einiger Journalisten sei nicht hinnehmbar.

Angesichts der Vorwürfe der Infiltration zwischen Bundesnachrichtendienst und Journalisten in der Bundesrepublik hat Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) die Medienvertreter zu Selbstkritik aufgerufen. «Bei ihrer Arbeit müssen die Dienste die Trennung zwischen Aufgabenwahrnehmung im Inland und im Ausland beachten. Auch vor diesem Hintergrund wäre das, was sich zwischen Journalisten und BND abgespielt haben soll - wenn es denn in der geschilderten Weise zutrifft - nicht hinnehmbar und zwar - und das sage ich ausdrücklich - für beide Seiten», sagte sie der «Leipziger Volkszeitung».

Zugleich betonte die Justizministerin die grundsätzliche Bedeutung der Nachrichtendienste: «Wir brauchen die Arbeit unserer Dienste, um Gefahren von Außen und im Inneren abzuwehren.»

Laut Medienberichten hat der Bundesnachrichtendienst (BND) Journalisten weitaus intensiver und länger beschattet als bisher bekannt. Demnach sollen nicht nur einzelne Reporter beschattet, sondern auch Journalisten auf Kollegen angesetzt worden sein. Darüber hinaus habe der BND Journalisten für Informationen bezahlt. Ein ehemaliger «Focus»-Journalist soll zwischen 1982 und 1998 mehr als 600.000 Mark erhalten haben. Noch im Herbst 2005 soll der BND Informationen über einen Journalisten aus dessen Kollegenkreis bezogen haben. (nz)