Aufklärung zur Journalistenbeschattung verlangt
Der für die Auslandsaufklärung zuständige Geheimdienst habe Journalisten auch gezielt auf Kollegen angesetzt, um zu erfahren, an welchen Themen diese gerade arbeiteten. Namentlich soll Schäfer fünf Journalisten genannt haben, die entweder selbst Informationen über Kollegen anboten oder vom BND befragt worden seien. Besonders interessiert war der BND demnach an Redakteuren des Magazins «Der Spiegel».
Der BND-Sprecher sagte dazu: «Der ehemalige BND-Präsident August Hanning und sein Nachfolger Ernst Uhrlau haben vor einem halben Jahr das Gespräch mit den betroffenen Journalisten geführt. Damals wurde auch öffentlich erklärt, dass Fehler gemacht worden sind. Man hat sich damals einvernehmlich getrennt.»
Der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes (DJV), Michael Konken, äußerte sich empört über den Bundesnachrichtendienst (BND) und verlangt die Offenlegung von Schäfers Bericht. Sollte sich bewahrheiten, dass der BND Journalisten bespitzelt und für Informationen bezahlt habe, sei dies «ein skandalöser Vorgang», sagte Konken der «Saarbrücker Zeitung». «Der BND hat seine Kompetenzen überschritten und der Pressefreiheit Schaden zugefügt», so Konken weiter.
Sollte sich herausstellen, dass Journalisten dem BND tatsächlich Informationen geliefert hätten, sei dies ebenfalls ein Skandal. «Journalisten haben eine besondere Verantwortung und Aufgabe in diesem Land», so der DJV-Vorsitzende. Sie müssten die staatlichen Organe kritisch beobachten und nicht sich «als Zuträger ein Zubrot verdienen». (nz)

