09.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
'Popetown'
Foto: MTV
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
MTV wird die umstrittene Cartoonserie «Popetown» vollständig ausstrahlen. Der Sender begründet dies mit Zuschauerreaktionen.
Der Musiksender MTV will die umstrittene Zeichentrickserie «Popetown» komplett zeigen. Das teilte der MTV-Programmdirektor Elmar Giglinger am Dienstag in Berlin mit. Nach der Ausstrahlung der ersten Folge in der vergangenen Woche sollen die neuen Folgen von diesem Mittwoch an im Wochenrhythmus um 21:30 Uhr gesendet und jeweils samstags um 21:30 Uhr wiederholt werden.
MTV begründete die Entscheidung mit den Reaktionen der Zuschauer und der Einschätzung der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), die die eingereichten Folgen als rechtlich unbedenklich eingestuft habe. In ihrem Prüfbericht habe die FSF mitgeteilt, dass in «Popetown» weder eine ablehnende oder gar feindselige Haltung gegenüber Angehörigen einer religiösen Gruppe geschürt, noch die Menschenwürde verletzt werde, teilte MTV mit.
Das Erzbistum München erneuerte seine Kritik an «Popetown». Das Ordinariat sehe jedoch keine weiteren rechtlichen Möglichkeiten mehr, um die Serie zu stoppen, sagte der Sprecher des Erzbistums, Winfried Röhmel.
In der vergangenen Woche hatte der Sender die erste von insgesamt zehn Folgen der Kirchensatire gezeigt und anschließend live mit Studiogästen darüber diskutiert. Laut MTV meinten 78 Prozent der 14- bis 39-jährigen Zuschauer bei einer während der Live-Sendung durchgeführten Telefonumfrage, dass «Popetown» gezeigt werden dürfe.
Zuvor hatten Vertreter der katholischen Kirche und CSU-Mitglieder den Musiksender gebeten, auf die Ausstrahlung zu verzichten. Das Erzbistum München hatte versucht, die Sendung mit einer Einstweiligen Verfügung zu untersagen. «Popetown» wurde ursprünglich von dem britischen Sender BBC in Auftrag gegeben. BBC hatte bereits 2004 nach Protesten auf die Ausstrahlung der Serie verzichtet. (nz)