ZDF-Nachrichten immer unpolitischer
09.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender hingegen sieht nicht, dass die Politik-Berichterstattung langweilig geworden sei - auch nicht in Zeiten der Großen Koalition. «Es stimmt nicht, dass den Medien die Füße eingeschlafen sind, und wenn es so wäre, dann wären die Medien selbst daran schuld», sagte Brender am Montagabend in Leipzig auf dem «Medientreffpunkt Mitteldeutschland». Nun könne über Sachthemen berichtet werden. Es liege an den Journalisten, dies auf spannende Weise umzusetzen.
Klassische Sprechernachrichten werden zudem laut Studie im privaten Fernsehen immer seltener: Die kommerziellen Fernsehsender präsentierten Nachrichtensendungen zunehmend mit ausdrucksstarken Bildern, teilte die LfM mit. Nachrichten im Film hätten in den letzten 15 Jahren «enorm zugenommen».
Bei der Nachrichtenauswahl spielen demnach insbesondere die Faktoren Prominenz, Kontroversen und Aggression eine übergeordnete Rolle, fanden die Forscher heraus. Im Jahr 2004 erklärten diese Faktoren am besten Umfang, Platzierung und Ankündigung der unpolitischen Berichterstattung vor allem der privaten Fernsehsender. (nz)

