Wächterpreis für Recherche im Fall Emig
03.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Die Jury würdigte seine Recherchen über die Praxis des früheren Sportchefs des Hessischen Rundfunks, Jürgen Emig, Sendezeit für bestimmte Sportereignisse nur gegen Entgelt einzuräumen. Der Preis ist mit 12.000 Euro dotiert.
Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof betonte in seiner Festrede die große Bedeutung der Presse für die Demokratie. «Wir können in unserer Freiheit die Rechte nur wahrnehmen, wenn wir gut informiert sind», sagte Kirchhof. Die Demokratie sei auf gute Journalisten angewiesen. In Deutschland gebe es einen «wunderbaren öffentlichen Diskurs». Die Posaune in diesem Konzert spiele die Presse. «Manchmal übernimmt sie auch den Dirigentenstab.»
Mit dieser Position sei aber auch eine große Verantwortung verbunden: «Der Journalist soll den Menschen abbilden, aber nicht entstellen», sagte Kirchhof.
Den zweiten Preis für 8000 Euro erhielt Michael Ohnewald von der «Stuttgarter Zeitung». Er hat nach Angaben der Jury aufgedeckt, dass zahlreiche türkische Gastarbeiter unberechtigt Arbeitslosenhilfe empfangen haben. Sie hätten ihr Vermögen in der Türkei verschwiegen, sagte Rudolph. Den mit 6000 Euro dotierten dritten Preis teilen sich die Redakteure Jörg Klotzek und Martin Riedlaicher von der «Passauer Neuen Presse» für die Berichterstattung über einen Politiker im Landkreis Passau, der sich weit über seine Aufwandsentschädigungen hinausgehende Einnahmen verschafft hatte.
Der «Wächterpreis» wird seit 1969 von der «Stiftung Freiheit der Presse» in Bad Vilbel bei Frankfurt verliehen und ehrt Tageszeitungen für die Aufdeckung von Missständen. (nz)

