27. Apr 2006 17:11
Die digitalen Ausbaupläne der staatlichen BBC empören die private Konkurrenz. Die britische Tochter von Medienmogul Murdoch fürchtet, Schaden zu nehmen.
Die BBC verfolge «unverhohlen kommerzielle Ziele» und versuche «ein digitales Imperium» aufzubauen, zitiert die «Financial Times» James MacManus, Geschäftsführer von Mordochs britischer Tochtergesellschaft News International. «Aus unserer Sicht schadet dies der Entwicklung kommerzieller digitaler Medien.»Die BBC hatte Pläne für einen Ausbau ihres digitalen Angebots durch Breitband, Podcasting und Handy-Diensten angekündigt. Die Sendeanstalt folgt damit dem Weg anderer Medienunternehmen, sich ein jüngeres Publikum zu erschließen. Die Offensive zielt auf Konsumenten, die weniger Zeit vor dem Fernseher dafür mehr im Internet und mit Computerspielen verbringen – und ein begehrtes Klientel für Werbung sind.
Konkurrenten der BBC beklagen seit langem, dass die Sendeanstalt öffentliches Geld nutzt, um Programme zu finanzieren, die von kommerziellen Anbietern gespeist werden.
BBC-Generaldirektor Mark Thompson verteidigt indes seine Pläne. Sich kompromisslos um ein Programm von höchster Qualität zu bemühen koste nun einmal deutlich mehr als ein Mix auch hervorragenden Beiträgen, Wiederholungen und weniger anspruchsvollen Angeboten, sagte er. (nz)