26.04.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Szene aus 'Popetown'
Foto: MTV
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
MTV lenkt im Streit mit den Kritikern der Satireserie «Popetown» teilweise ein. Vorerst will der Sender nur eine Folge ausstrahlen.
Der Musiksender MTV will wegen der anhaltenden Kritik vorerst nur die erste Folge der umstrittenen Zeichentrickserie «Popetown» ausstrahlen und danach mit Kritikern über eine mögliche Fortsetzung reden. Der Sender stelle sich der Diskussion, sagte MTV-Programmchef Elmar Giglinger der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».
Nach der Sendung der ersten Folge der Papst-Comic-Satire am 3. Mai will MTV unter anderem Vertreter der Katholischen Kirche und den bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) zur Diskussion ins Studio bitten. Giglinger zufolge will der Sender aber auch das Votum der Zuschauer berücksichtigen. Die von der Erzdiözese München und Freising geforderte Unterlassungsverpflichtung habe der Sender aber nicht unterzeichnet, hieß es.
Der Cartoon ist eine Produktion der englischen BBC. Darin werden die fiktiven Erlebnisse von Pater Nicholas im Vatikanstaat beschrieben. In Großbritannien hatten die Proteste dafür gesorgt, dass die Serie nicht ausgestrahlt wurde, sondern gleich als DVD in den Handel kam.
Das Medienkontrollgremium Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) hatte der Serie eine Freigabe für das Abendprogramm ab 20 Uhr erteilt. FSF-Geschäftsführer Joachim von Gottberg zeigte sich in der «Süddeutschen Zeitung» verwundert über das Ausmaß des Protests. Es sei «sehr schwer nachzuvollziehen, welche Geschütze hier von den Gegnern der Sendung aufgefahren werden», sagte er. Die Meinungsfreiheit müsse auch Menschen mit kritischer Haltung zur Kirche zustehen. (nz)