25. Apr 2006 14:04, ergänzt 19:11
Mit seiner Werbekampagne für die Serie «Popetown» verhöhne der Musiksender MTV den Kern des christlichen Glaubens, meint CSU-Fraktionschef Herrmann. Mit seiner Strafanzeige wolle er ein Zeichen setzen.
Wenn die Staatsanwaltschaft eine strafbare Religionsbeschimpfung nach Paragraph 166 Strafgesetzbuch erst dann sehen sollte, wenn sich die Empörung schon auf der Straße Luft mache, müsste das Gesetz korrigiert werden, sagte Herrmann. Die bayerische Justizministerin Beate Merk werde bis Juli einen Vorschlag ausarbeiten.Die Opposition im bayerischen Landtag kritisierte das Vorgehen der CSU. SPD und Grüne bewerteten «Popetown» in einer Landtagsdebatte zwar als «nicht besonders gelungene Satire», warfen der CSU aber vor, einen kontraproduktiven Feldzug zwecks eigener Profilierung zu führen. Mit der Anzeige mache die Partei «kostenlose Werbung» für MTV.
Die MTV-Werbekampagne war auch von den Kirchen und dem Deutschen Werberat kritisiert worden. Sie machte für die Vatikan-Satire «Popetown» Reklame, die am Mittwoch kommender Woche starten soll. (nz)