25.04.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Szene aus 'Popetown'
Foto: MTV
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Mit seiner Werbekampagne für die Serie «Popetown» verhöhne der Musiksender MTV den Kern des christlichen Glaubens, meint CSU-Fraktionschef Herrmann. Mit seiner Strafanzeige wolle er ein Zeichen setzen.
Der bayerische CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann hat gegen den Fernsehsender MTV Strafanzeige wegen Religionsbeschimpfung gestellt. Die vor Ostern erschienene Anzeige für die MTV-Serie «Popetown» mit dem vom Kreuz herabgestiegenen Christus und der Überschrift «Lachen statt rumhängen» verhöhne den Kern des christlichen Glaubens, sagte Herrmann am Dienstag in München.
Dass sich MTV in der Woche vor Ostern über Leiden, Sterben und Auferstehung Christi lustig gemacht habe, sei eine besondere Provokation. Für das friedliche Zusammenleben aller Völker sei der Respekt vor religiösen Überzeugungen und Gefühlen mitentscheidend, sagte der CSU-Politiker. Mit seiner Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Berlin wolle er ein Zeichen setzen.
Wenn die Staatsanwaltschaft eine strafbare Religionsbeschimpfung nach Paragraph 166 Strafgesetzbuch erst dann sehen sollte, wenn sich die Empörung schon auf der Straße Luft mache, müsste das Gesetz korrigiert werden, sagte Herrmann. Die bayerische Justizministerin Beate Merk werde bis Juli einen Vorschlag ausarbeiten.
Die Opposition im bayerischen Landtag kritisierte das Vorgehen der CSU. SPD und Grüne bewerteten «Popetown» in einer Landtagsdebatte zwar als «nicht besonders gelungene Satire», warfen der CSU aber vor, einen kontraproduktiven Feldzug zwecks eigener Profilierung zu führen. Mit der Anzeige mache die Partei «kostenlose Werbung» für MTV.
Die MTV-Werbekampagne war auch von den Kirchen und dem Deutschen Werberat kritisiert worden. Sie machte für die Vatikan-Satire «Popetown» Reklame, die am Mittwoch kommender Woche starten soll. (nz)