netzeitung.deProtest gegen Medienzensur in Russland

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Mitarbeiter des Senders NTW im Jahr 2001 (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Mitarbeiter des Senders NTW im Jahr 2001
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Prominente russische Journalisten haben in Moskau demonstriert. Sie forderten die Regierung auf, die Medien nicht länger zu knebeln.

Vor fünf Jahren wurde der letzte kritische Fernsehsender Russlands unter die Kontrolle des Staates gestellt. Bekannte russische Journalisten sind nun auf die Straße gegangen, um gegen die Zensur zu protestieren.

«In den vergangenen fünf Jahren hat sich gezeigt, dass die Übernahme von NTW durch den Staat nur der Anfang war», sagte Viktor Schenderowitsch, Mitorganisator und bekannter Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin am Sonntag während der Demonstration in Moskau, wie der Radio-Sender Echo Moskwy berichtete.

«Es ist klar geworden, dass der Angriff auf die Medien und die Vernichtung unabhängiger Medien Voraussetzung dafür ist, dass die Staatsmacht überhaupt das Land führen kann», sagte Schenderowitsch weiter.

Rund tausend Menschen nahmen an der genehmigten Demonstration unter dem Titel «fünf Jahre Sieg der Zensur über das Fernsehen» teil. Viele hielten Plakate, auf denen Losungen wie «Heute Zensur - morgen Diktatur» oder «Nehmt Putin die Fernbedienung weg!» standen.

Zahlreiche Journalisten entlassen
Organisiert wurde die Aktion von prominenten Journalisten, die wegen ihrer Kreml-kritischen Haltung ihre Jobs verloren hatten.

Seit dem Amtsantritt von Putin im Jahr 2000 ist das Fernsehen, das im Riesenreich Russland mit Abstand die wichtigste Informationsquelle ist, komplett unter staatliche Kontrolle gestellt worden.

Mit der Radiostation Echo Moskwy verfügt Russland noch über einen landesweiten kritischen Sender. Während es in den Großstädten wie Moskau und St. Petersburg eine relativ große Auswahl an - auch kritischen - Printmedien gibt, werden die wenigen Medien in den Regionen von der lokalen Führung kontrolliert. Eine unabhängige und kritische Berichterstattung ist daher weitgehend unmöglich. (nz)