US-Zeitungen nutzen Weblogs als Quelle
11.04.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Blogburst vertreibt Blog-News
Foto: nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ein Portal hat das Potenzial der Weblogs entdeckt. Der neue Dienst bedient sich ihrer und liefert Inhalte für Printmedien.
Die aktuelle Tagespresse kann künftig aus Weblogs schöpfen. In den USA ist der erste Online-Service gestartet, der Artikel aus der Blogosphäre vertreibt. Der News-Feed-Anbieter Pluck hat vor, mit dem Dienst Blogburst Schlagzeilen und Einträge aus Weblogs in Tageszeitungen zu platzieren. Von den Blog-News sollen künftig lokale US-Printmedien wie «Washington Post», «San «Francisco Chronicle» oder der «Houston Chronicle» profitieren, berichtet der ORF.
Angedacht ist die Einbindung von rund 600 Bloggern, die die aktuelle Tagespresse mit fundierten Kommentaren beliefern sollen, hieß es weiter. Besonders gefragt seien Artikel zu Themen wie Reisen, Technologie oder Unterhaltung, die bei Tageszeitungen aufgrund von knappen personellen Kapazitäten oft zu kurz kommen, so der Chef von Pluck, Dave Panos.
Mehr Leser als AufwandsendschädigungAls Entschädigung für die Blogger muss allerdings vorerst die gesteigerte Leserzahl und die zunehmende Popularität der einzelnen Internet-Tagebücher reichen. Denn bezahlt werden sie zunächst nicht. Für gesteigertes Traffic-Aufkommen sollen die Blogger jedoch nach Abschluss der Testphase entschädigt werden, berichtete der ORF.
Um die Qualitätsansprüche der einzelnen Tageszeitungen zu wahren, unterliegen die angemeldeten Blogs einer ständigen Kontrolle der Blogbuster-Mitarbeiter.
Sie entscheiden letztlich, ob die angebotenen Texte tatsächlich zu den Themen passen und ob sie die vorgegebenen Kriterien wie etwa «intelligenter Schreibstil» und «familienfreundliche Sprache» erfüllen.
Blogs sollen Printmedien rettenDie stärkere Vernetzung mit Onlinemedien wird als Versuch gewertet, die sinkenden Verkaufszahlen der US-Zeitungen zu kompensieren. Einer Studie des Pew Research Center zufolge ist das Fernsehen in den USA das wichtigste Informationsmedium, gefolgt von der zunehmenden Bedeutung des Internets. Je nach Verbindungsgeschwindigkeit nutzten zwischen 23 und 43 Prozent der befragten US-Bürger den digitalen Weg, um sich zu informieren. Lokale Printmedien hingegen würden nur noch von etwa 27 Prozent, für überregionale Zeitungen interessieren sich nur mehr zwölf Prozent, hieß es in der Studie.(nz)