netzeitung.de«South Park» sagt Scientology den Kampf an

 Herausgeber: netzeitung.de

Seit Monaten attackieren prominente Scientology-Mitglieder die Serie «South Park». Die Macher haben jetzt genug - sie kündigen Widerstand an.

Der Konflikt zwischen Scientology und der Trick-Serie «South Park» dürfte der Welt noch eine Weile erhalten bleiben. Zumindest haben die Macher der Serie jetzt angekündigt, trotz der jüngsten Anfeindungen keinesfalls klein beizugeben.

Entzündet hatte sich der Ärger an einer Serienfolge namens «Trapped in the Closet». In dieser taucht Filmstar und Scientology-Mitglied Tom Cruise in dem kleinen Ort auf, weil er Stan, eine der Hauptfiguren der Serie, für die Wiedergeburt des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard hält.

Nachdem Stan seine schauspielerischen Fähigkeiten mit denen von Leonardo DiCaprio verglichen hat – durchaus nicht zu Cruises Vorteil – schließt sich der Schauspieler in einer Kammer ein, worauf viele andere Figuren ihn auffordern, aus dieser Kammer heraus zu kommen, darunter Nicole Kidman und Mit-Scientologe John Travolta. Pikant wird die Episode nicht nur durch die Witze über Scientology, sondern auch dadurch, dass «come out of the closet» nicht nur «aus der Kammer kommen» bedeutet, sondern im übertragenen Sinne auch, sich zu seiner Homosexualität zu bekennen.

«Krieg um die Erde hat begonnen»
Cruise hatte gegen die Folge protestiert. Als bisher letzten Schlag mussten die South-Park-Macher verkraften, dass Soul-Star und Scientology-Mitglied Isaac Hayes, der in der Serie seit 1997 den «Chef» gesprochen hatte, unter Protest die Mitarbeit beendete. Auch der Sender «Comedy Central» nahm eine Wiederholung der Folge kurzfristig aus dem Programm.

Die Serienmacher Trey Parker und Matt Stone sind aber offenbar nicht gewillt, diese Vorgänge weiter kampflos hinzunehmen: «So, Scientology, Du magst diese Schlacht gewonnen haben», erklärten sie dem Magazin «Variety», «aber der Millionen Jahre lange Krieg um die Erde hat gerade erst begonnen!»

Auch die Absetzung der Folge werde sie nicht davon abhalten, dafür zu sorgen, dass Thetanen für immer in Mitleid erregenden menschlichen Körpern gefangen blieben, so Parker und Stone weiter – «Thetan» ist nach Scientology-Definition eine Art unsterbliches Wesen des Menschen. In der Hierarchie der Organisation wird der Begriff als eine Art Rangbezeichnung verwendet.

«Ihr habt uns diesmal gestört», so die South-Park-Macher weiter in Richtung Scientology, «aber Eure kläglichen Angebote, die Menschheit zu schützen, werden scheitern! Heil Xenu!!!» Der wiederum ist nach Scientology ein galaktischer Herrscher.

L. Ron Hubbard war übrigens auch Autor von Science-Fiction-Romanen. (nz)