09.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Auf der Suche nach einem Käufer der «Frankfurter Rundschau» lässt die SPD-Medienholding in Kürze Interessierte in die Geschäftsunterlagen blicken.
Die SPD-Medienholding ddvg startet die nächste Phase zum Verkauf der «Frankfurter Rundschau». Von Montag an könnten die Kaufinteressenten Bilanzen, Geschäftsunterlagen und Verträge der Tageszeitung einsehen, sagte Jens Berendsen von der Geschäftsführung der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft (ddvg) am Donnerstag in Hamburg. 50 Prozent der Anteile würden verkauft, hatte er vorher der «Süddeutschen Zeitung» gesagt.
Nach dem mehrwöchigen Verfahren werde Ende April mit Angeboten gerechnet, danach soll es Verkaufsverhandlungen geben. Namen der Interessenten nannte Berendsen nicht, es sei Vertraulichkeit vereinbart worden. Wie der Branchendienst «Kress» berichtete, nehmen an der so genannten Due-Diligence-Prüfung unter anderen die WAZ-Gruppe, Madsack, DuMont, Rheinische Post und Medien-Union Ludwigshafen. Auch ausländische Verlagsinvestoren sollen unter den Interessenten sein. Finanzinvestoren sind allerdings nach früheren Aussagen von SPD-Schatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier nicht als Käufer erwünscht.
Die SPD-Medienholding hatte Ende 2005 mit Gesprächen über den Verkauf der linksliberalen Tageszeitung «Frankfurter Rundschau» (FR) begonnen. Als Ziel nannte SPD-Schatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier Anfang November, die Mehrheit an der «FR» im Laufe des Jahres 2006 zu verkaufen. «Es gibt großes Interesse im Markt aus den Reihen der deutschen Verlagswirtschaft», sagte sie damals.
Das bestätigte Berendsen erneut. Die Partei-Holding hatte die «FR» im Frühjahr 2004 für einen Euro samt Schulden übernommen und umgehend ein Sanierungsprogramm für das Blatt gestartet. (nz)