08. Mrz 2006 11:17
«Transformierende Transaktionen» will Axel Springer nach der Pleite mit der geplanten Übernahme von ProSiebenSat1 nicht mehr wagen. Stattdessen treibt es den Verlag vermehrt ins Ausland.
für gut vier Milliarden Euro zu übernehmen. Sowohl das Bundeskartellamt als auch die Medienaufsicht KEK untersagten den geplanten Zusammenschluss. Springer will die Entscheidung der Kartellwächter zwar gerichtlich prüfen lassen, schloss bisher jedoch einen weiteren Versuch zur Fusion aus. Zudem verzichtete das Unternehmen auf einen Antrag auf eine so genannte Ministererlaubnis. Dabei war der Einstieg ins Fernsehgeschäft schon ein großer Traum von Verlags-Gründer Axel Cäsar Springer gewesen.
Jetzt will sich Springer noch stärker dem Ausland zuwenden. «Internationalisierung und Digitalisierung werden wir durch Wachstum aus eigener Kraft, aber auch durch gezielte Zukäufe mit Angriffslust und Augenmaß umsetzen», kündigte Döpfner an.Die Strategie, neue Objekte zu gründen und sie zügig in die Gewinnzone zu führen, gehe auf. «Diesen Weg werden wir mit neuen Ideen weiterverfolgen», sagte der Vorstandsvorsitzende. Er nannte die Axel Springer «Deutschlands kreativsten und profitabelsten Großverlag».
Auf der Bilanzpressekonferenz bestätigte Döpfner auch die schon Mitte Februar veröffentlichten vorläufigen Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr. Der Konzern-Überschuss stieg demnach auf den historischen Höchststand von rund 230,7 Millionen Euro. Der Umsatz blieb dagegen mit 2,39 Milliarden Euro leicht unter dem Wert des Vorjahres. Einen konkreten Ausblick auf das laufende Jahr blieb Döpfner schuldig: «Starten wir wenige Aktivitäten oder gar keine, wird das Ergebnis auf oder über dem Vorjahresniveau liegen», sagte er lediglich. «Investieren wir viel in neue Geschäfte, kann das Ergebnis auf Grund hoher Anlaufverluste auch deutlich darunter liegen.» (nz)