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Redaktionsstatut «nicht als Kampfinstrument»

01. Mrz 2006 18:35
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Die Redaktion der «Berliner Zeitung» sorgt sich um die Konsequenzen von Sparmaßnahmen seitens der neuen Verleger. Der Verlagsleitung will sie ein «Kooperationsangebot» unterbreiten.

Die Redakteure der «Berliner Zeitung» sind optimistisch, dass sie mit ihrem zu Wochenbeginn einstimmig beschlossenen Redaktionsstatut bei der Verlagsleitung auf offene Ohren stoßen. «Wir sehen das Redaktionsstatut nicht als Kampfinstrument, es ist ein Kooperationsangebot», betonte Ewald B. Schulte, Mitglied des neu gebildeten Redaktionsausschusses, im Gespräch mit der Netzeitung.

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  • Dem Redaktionsausschuss, dem neben Schulte Thomas Rogalla und Daniela Vates angehören, obliegt es, die Forderungen gegenüber der Geschäftsleitung des Berliner Verlages und dem Aufsichtsrat der BV Deutsche Zeitungsholding geltend zu machen. Das Statut sieht unter anderem ein Widerspruchsrecht der Redaktion bei der Berufung und Abberufung des Chefredakteurs vor.

    Das Statut solle dazu dienen, «den Prozess der Qualitätssicherung bei der Zeitung voranzutreiben», betonte Schulte. Angesichts der Diskussion um Einsparpotentiale «sorgen wir uns um den Qualitätserhalt». Die Investoren um den Briten David Montgomery hätten im Zuge der Übernahme kundgetan, dass sie der Qualität einen hohen Stellenwert beimessen. Insofern sei das Statut auch im Interesse der Investoren und ein Angebot zur Kooperation.

    Das Vetorecht der Redaktion bei der Besetzung des Chefredakteurspostens sei «sinnvoll, da der Chefredakteur nur in dem Maße handlungsfähig ist, wie er auf Kooperationsbereitschaft seitens der Redaktion trifft». Wie Schulte betonte, gebe es aber derzeit «keine Anzeichen» dafür, dass sich an der Besetzung des Chefredakteurspostens in absehbarer Zeit etwas ändern werde.

    Spekuliert wurde über einen Neuzugang, nachdem Mitte Februar die stellvertretende Chefredakteurin des «Evening Standard», Anne McElvoy, auf Anregung von Montgomery die «Berliner Zeitung» besucht hatte. McElvoy habe eine Blattkritik vorgetragen, so Schulte. Wo dies möglich sei, werde man die Hinweise verwerten, jedoch sei nicht alles, was die frühere Berliner «Times»-Korrespondentin vorgebracht habe, mit der Berliner Zeitungslandschaft vereinbar, so beispielsweise eine reduzierte Auslandsberichterstattung.

    Zu Spekulationen über die Einführung einer Sonntagszeitung sagte Schulte, diese sei «immer mal wieder» im Gespräch. «Publizistisch ist das sinnvoll, aber es muss sich auch rechnen.» Die Verlagsleitung hätte sich wohl deshalb noch nicht zu einer Umsetzung entschlossen.

     
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