netzeitung.deZeitungsverleger kritisieren Bespitzelung

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Eingang zur "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung" (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Eingang zur "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung"
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In Wolfsburg sind die Telefondaten zweier Journalisten überwacht worden. Der BDZV kritisierte die Aktion als einen schweren Eingriff in die Pressefreiheit.

Eine Bespitzelungsaktion bei der «Wolfsburger Allgemeinen Zeitung» ist von den deutschen Zeitungsverlegern verurteilt worden. Die Überwachungsaktion gegen zwei Journalisten der Zeitung sei ein schwerer Eingriff in die Pressefreiheit, sagte ein Sprecher des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) am Mittwoch in Berlin.

Die völlig übertriebene Aktion habe auf allen Ebenen zu einem schweren Vertrauensverlust geführt, hieß es weiter. Der Schutz der Informanten sei mit dieser Aktion regelrecht mit Füßen getreten worden. «Wer gibt denn noch wichtige Informationen an die Presse, wenn er befürchten muss, dass die Telefone der Redaktion überwacht werden», so der BDZV.

Die niedersächsischen Zeitungsverleger protestierten außerdem in einem Brief an die Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann gegen die Überwachungsaktion. Sollten solche Methoden Schule machen, könnten die Zeitungen ihrer öffentlichen Aufgabe nicht mehr nachkommen, heißt es in dem Brief des Verbands Nordwestdeutscher Zeitungsverlage.

Journalisten, so weiter, die über Straftaten berichteten, müssten befürchten, wegen Anstiftung zum Verrat von Dienstgeheimnissen verdächtigt und bespitzelt zu werden. Die Überwachungsaktion sei - entgegen der Bewertung durch die Justizministerin - völlig unverhältnismäßig gewesen. Es deute alles darauf hin, dass allein der Verdacht auf eine undichte Stelle im Polizeiapparat zu den angewendeten Mitteln geführt habe. (nz)