netzeitung.deBerliner Verlag droht Arbeitskampf

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Der neue Eigentümer: David Montgomery (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der neue Eigentümer: David Montgomery
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Die Belegschaften von «Berliner Zeitung», «Berliner Kurier» und «Hamburger Morgenpost» fordern von den neuen Verlegern Klarheit über die Zukunft ihrer Blätter. An beiden Standorten werden Entlassungen befürchtet.

Mitarbeiter des Berliner Verlages, der Deutsche Journalistenverband (DJV) und die Gewerkschaft Verdi fordern von den neuen Eigentümern eine Beschäftigungs- und Bestandsgarantie für die Blätter des Hauses. Ein Aktionsausschuss der Gewerkschaften legte am Mittwoch einen Forderungskatalog vor, in dem unter anderen ein «klares Bekenntnis» zu den Zeitungen und Zeitschriften sowie «umfassende» Mitbestimmungsrechte« verlangt werden.

Die Arbeitnehmerschaft soll demnach einen Platz im Aufsichtsrat bekommen. Der Konzernbetriebsrat verlangt «wirtschaftliche Mitbestimmung». Sollten die neuen Eigentümer nicht bereit sein, die Forderungen zu erfüllen, müssten sie mit einem Arbeitskampf rechnen, sagte Verdi-Fachgruppenchef Martin Dieckmann am Mittwoch auf der Pressekonferenz in Berlin.

Die Belegschaft des Berliner Verlages, zu dem die «Berliner Zeitung» und der «Berliner Kurier» gehören, fordert Klarheit über die Zukunft des Unternehmens. Nach der Übernahme des Konzerns durch die Investorengruppe um den Briten David Montgomery gebe es Anzeichen für eine drohende Entlassungswelle «im dreistelligen Bereich», sagte die Betriebsratsvorsitzende, Renate Gensch, am Rande einer Betriebsversammlung vor Journalisten in Berlin. Eine Stellungnahme der Verlagsspitze war zunächst nicht zu erhalten.

Eigenständigkeit garantieren
DJV und Verdi forderten die neuen Verlagseigentümer auch auf, den Bestand und die redaktionelle Eigenständigkeit der jüngst übernommenen «Hamburger Morgenpost» zu garantieren. Die Arbeitnehmervertretungen fürchten Qualitätsverlust und Stellenabbau, wie Vertreter des DJV-Landesverbandes Hamburg und vom Verdi-Landesbezirk Nord bei einer parallel stattfindenden Aktion am Mittwoch vor dem Verlagsgebäude in Hamburg betonten.

Rund 40 der insgesamt etwa 120 Beschäftigten des Hauses nahmen an der Veranstaltung teil und demonstrierten für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Anlass der Aktionen war die für den heutigen Mittwoch anberaumte Aufsichtsratssitzung der Berliner Verlagsgruppe.

«Die Hamburger Morgenpost schreibt schwarze Zahlen, sie muss als Vollredaktion erhalten bleiben», erklärte Stefan Endter, Geschäftsführer des DJV-Landesverbandes Hamburg. «Wir sind in Sorge, weil es ernstzunehmende Gerüchte gibt, dass bei der Zeitung Stellen abgebaut werden», sagte Endter der Netzeitung. Dem Vernehmen nach soll es um acht bis zehn Stellen gehen, wie die «Bild»-Zeitung am Mittwoch berichtete.

Die «Hamburger Morgenpost» war kürzlich vom Konsortium um die Investmentgesellschaft VSS und David Montgomery gekauft worden.


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