netzeitung.deARD-Sender mahnen Tann zu interner Debatte

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WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn findet die Tann-Kritik nicht neu (Foto: WDR<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn findet die Tann-Kritik nicht neu
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Auf den Brief von ARD-Chefredakteur von der Tann haben die kritisierten ARD-Anstalten abwiegelnd reagiert. Die Debatte sei nicht neu; und von der Tann hätte sie intern führen sollen, so der überwiegende Tenor.

Die Kritik von ARD-Chefredakteur Hartmann von der Tann an der Produktionspolitik der Landesrundfunkanstalten hat unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Chefredakteure und Kulturchefs, denen von der Tann indirekt Vorwürfe gemacht hatte, kommentierten seinen Brief von «fruchtbar» bis «kontraproduktiv», wie die Nachrichtenagentur epd berichtet.

Viele mahnen demnach, die Debatte um eine Verbesserung der Qualität und Akzeptanz von Dokumentationen, Features und Reportagen für das Erste intern zu führen und nicht an die Öffentlichkeit zu tragen. Entsprechend äußerte sich WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn. Die von Hartmann von der Tann in einem Brief Anfang Februar angesprochene Debatte sei keine Neuigkeit, sondern werde im Kreis der ARD-Chefredakteure und -Kulturchefs schon seit zwei Jahren «sehr ernsthaft geführt».

Dort sei auch das Forum, um sie zu einem Ergebnis zu führen, sagte Schönenborn dem epd am 28. Februar. Zu Details wollte er sich nicht äußern.

Der Chefredakteur des Hessischen Rundfunks (HR), Alois Theisen, bestätigte, dass die Kritikpunkte von der Tanns seit längerem ein «Standardpunkt» in der Chefredakteursrunde seien. Theisen findet von der Tanns Zuspitzung jedoch «fruchtbar und anregend».

«Mehr Tempo und Zug»
Die interne Debatte um Verbesserungen brauche auch «mehr Tempo und Zug». Allerdings erinnerte der HR-Chefredakteur auch daran, dass in der Vergangenheit wenige der Stücke, die jetzt teilweise kritisiert würden, ohne den «Segen» des ARD-Chefredakteurs und Politikkoordinators entstanden seien.

Ablehnend äußerte sich Theisen zu von der Tanns Vorschlag, eine neue Redaktionsgruppe einzurichten, die Dokumentationen, Features und Reportagen für das Erste verantwortlich betreuen und ihre termingerechte Herstellung überwachen sollte. Es brauche kein neues Verfahren, so Theisen.

Der Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks (BR), Sigmund Gottlieb, erinnerte daran, dass aus den Etats auch größerer Anstalten viele verschiedene Programme, nicht nur Dokumentationen, Features und Reportagen, bezahlt werden müssten. Insofern seien objektive Grenzen gegeben. Gottlieb: «Hochglanz» hilft Politikmagazinen.

Verständnis äußerte BR-Chefredakteur Gottlieb jedoch für von der Tanns Verlangen nach «Hochglanz»-Sendungen, um damit im Wettbewerb um die Zuschauer bestehen zu können. «Dann leiden auch unsere Magazine nicht», sagte Gottlieb dem epd mit Bezug auf die Politikmagazine, die im Anschluss an die Doku-Plätze gesendet werden. (nz)