Publizist Broder verklagt Künstler wegen Satire
27.02.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Arendt, der im Internet ein - optisch sehr eng an die Homepage Broders angelehntes - «Palästina-Portal» betreibt, hatte Broder dort kritisiert und dazu Zitate des Journalisten gestellt. Wie die «Welt am Sonntag» berichtet, hatte der Dortmunder zudem von Broder montierte Foto-Collagen (Elfriede Jelinek als Hamster in einem Laufrad) umgebaut und ein Bild Broders eingefügt.
Hintergrund des Streits ist laut einer Pressemitteilung des Dortmunder Frührentners «die Auseinandersetzung über den Nahost-Konflikt». Broder habe sich «als Verteidiger der israelischen Regierung profiliert und greift deren Kritiker scharf an».
Arendt schreibt, er habe «die satirischen Collagen längst aus dem Netz genommen und Bereitschaft zum Entgegenkommen signalisiert». Dennoch lasse «Spiegel»-Autor «seine Anwälte mit ungewöhnlicher Aggressivität» vorgehen. Arendt ist sich sicher: «Dahinter steckt die Absicht, mich mundtot zu machen.».
Anfang Januar hat das Landgericht Berlin unter dem Aktenzeichen 16 O 1015/05 das Hauptverfahren eröffnet. Mit einer Entscheidung ist im März zu rechnen. (nz)

