netzeitung.deKatholiken und Muslime gegen «South Park»

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In Neuseeland hat eine Folge der Cartoon-Serie «South Park» zu Protesten geführt. Katholiken und Muslime stören sich an einer menstruierenden Madonna.

Eine Folge der US-Serie «South Park» hat in Neuseeland zu Protesten von Katholiken und Muslimen geführt. Beide Gruppen stoßen sich daran, dass in dem Cartoon eine menstruierende Mutter Gottes gezeigt wird.

In der fraglichen Folge beginnt eine Statue der Jungfrau Maria in der Serie aus dem Unterleib zu bluten – die Vorgänge in der Kleinstadt in Colorado ziehen Gläubige von weither an. Schließlich liegt es am Papst zu entscheiden, ob die blutende Statue offiziell als Wunder anerkannt wird, was dieser mit der Begründung ablehnt, bei der Blutung handle es sich um eine normale Menstruation.

In Neuseeland haben die katholischen Bischöfe am vergangenen Sonntag einen Brief mit einem Boykottaufruf gegen den Kanal «C4», der die Serienfolge ausstrahlen will, veröffentlicht. «Indem wir Ihnen das Ausmaß unserer Empörung klar machen, können wir ihnen eine Gelegenheit geben, darüber nachzudenken, dass Pressefreiheit kein Freibrief dafür ist, Spott oder Hass zu erzeugen, der sich auf Religion, Rasse oder Geschlecht bezieht», heißt es in dem Schreiben. Erst vor kurzem hatte sich die Station dafür entschuldigt, dass sie die umstrittenen dänischem Mohammed-Karrikaturen im Programm ausgestrahlt hatte.

Sender zieht Ausstrahlung vor
Gegen die «South Park»-Folge protestierte auch die muslimische Gemeinschaft Neuseelands. «Wie die Katholiken und die größere christliche Familie sind auch die muslimischen Bürger Neuseelands geschockt und fühlen sich zutiefst beleidigt von der Darstellung der Mutter Jesu in einer derart geschmacklosen Weise», erklärte der Präsident des Islamischen Bundes Neuseeland, Javed Khan. Khan hatte vor kurzem auch gegen die Ausstrahlung der dänischen Mohammed-Karikaturen in neuseeländischen Sendern protestiert.

Der Sender hat auf die Kritik inzwischen reagiert – und den Sendetermin vom Mai auf den 22. Februar vorgezogen, mit der Begründung, man wolle die Diskussion nicht noch Wochen lang laufen lassen. Ansonsten hat Senderchef Rick Friesen laut BBC-Website einen Ratschlag für seine Zuschauer: Wer sich von den Bildern verletzt fühle, der müsse ja nicht einschalten.

Schon bei der Erstausstrahlung der Episode «Bloody Mary» in den USA hatten Katholiken protestiert, eine angekündigte Wiederholung hatte der Kanal «Comedy Central» deshalb kurzfristig wieder aus dem Programm genommen. (nz)