netzeitung.de«FAZ»-Kritiker schlägt gegen Schauspiel zurück

 Herausgeber: netzeitung.de

Gerhard Stadelmaier (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Gerhard Stadelmaier
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die «strukturelle Logik» des Frankfurter Schauspiels sei mit schuld daran, dass der Schauspieler Lawinky ihn attackiert habe, sagt «FAZ»-Kritiker Stadelmaier. Es seien in dem Theater schon zu viele Grenzen überschritten worden.

Der bei einer Theaterpremiere angegriffene und beschimpfte Kritiker Gerhard Stadelmaier gibt dem Frankfurter Schauspiel eine Mitschuld an dem Vorfall. Das Verhalten des Schauspielers folge der «strukturellen Logik» eines Theaters, das alle Grenzüberschreitungen schon «durchdekliniert» habe und dem der Übergriff auf den Kritiker als letzte Provokationsmöglichkeit bleibe, schreibt Stadelmaier in der «Frankfurter Allgemeinen
Zeitung» (FAZ).

Das von Intendantin Elisabeth Schweeger zu verantwortende Problem des Frankfurter Theaters bestehe darin, «dass dort Schauspieler keine Rollen spielen – sondern Lebensgefühle».

Der Vorfall hatte sich am Donnerstagabend bei der Aufführung des Ionesco-Stücks «Das große Massakerspiel» ereignet. Schauspieler Thomas Lawinky entriss Stadelmaier den Notizblock und beschimpfte ihn. «Die Spirale ratschte über meine Hand - es tat weh», zitierte die «Bild»-Zeitung Stadelmaier. Der Kritiker verließ daraufhin den Saal.

Dabei habe ihn Lawinky weitere Beleidigungen hinterhergerufen. Seine Kollegen seien trotz dieses Angriffes auf die Pressefreiheit geblieben.

Intendantin Schweeger hat das Arbeitsverhältnis mit dem Schauspieler gelöst und sich bei dem Kritiker entschuldigt. Nach Stadelmaiers Darstellung in der «FAZ» habe sie zugesagt, «dass diese Attacke gegen mich in den nächsten Aufführungen nicht wieder passiert. Schönen Dank auch.» (nz)