«Tagesspiegel» sieht sich zu unrecht kritisiert
14.02.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Laut «Tagesspiegel» wollte der Karikaturist allerdings gar nicht die Iraner in den Mittelpunkt seiner Zeichnung stellen, sondern damit auf Pläne zum Einsatz der Streitkräfte bei der Fußball-WM kritisch reagieren. Es habe «ein Missverständnis» vorgelegen. Der Staatsschutz nahm Ermittlungen auf.
Der Generalsekretär der iranischen Sportpressegemeinschaft, Manuchehr Sandi, nannte die Karikaturen «einen schmutzigen Witz» und kündigte einen Protest bei der deutschen und internationalen Sportpresse an.
Redaktionsdirektor Gerd Appenzeller sagte, Absender der Droh-E-Mails seien in der ganzen Welt auszumachen gewesen. «Ganz eindeutig haben die meisten Schreiber keine Ahnung von dem innenpolitischen Hintergrund der Karikatur, oder sie haben die Zeichnung möglicherweise selbst auch gar nicht oder nicht komplett gesehen.» Man habe als einen der Verursacher der Protestwelle ein iranisches Fußballfan-Forum vermutet und geantwortet, und das habe erkennbar zur Beruhigung beigetragen.
Viele Schreiber hätten sich aber auch beschwert, dass die iranische Nationalmannschaft nichts mit der Regierung zu tun habe. «Das war mir nicht so klar.» (nz)

