netzeitung.deEmpörung im Iran über Fußball-Karikatur

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Im Iran sorgt erneut eine Karikatur für Empörung: Der «Tagesspiegel» hatte eine Zeichnung veröffentlicht, in der iranische Fußballer Bombengürtel tragen.

Eine Karikatur im Berliner «Tagespiegel» hat im Iran für Aufregung gesorgt. Die Sportzeitung «90» bezeichnete die Zeichnung am Sonntag als «schamlos» und rief den iranischen Fußballverband auf, gegen die Karikatur einen harschen Protest einzulegen. «Es ist jetzt klar, dass die Deutschen von den Zionisten beeinflusst sind und sich zu deren Vogelscheuche degradiert haben», schreibt das Blatt.

Der «Tagesspiegel» hatte am Freitag eine Karikatur veröffentlicht, in der die iranischen Spieler mit umgeschnallten Bombengürteln neben Bundeswehrsoldaten in einem deutschen Fußballstadion stehen. «Warum bei der WM unbedingt ... die Bundeswehr zum Einsatz kommen muss!!», lautet die Überschrift der Karikatur.
Kritik am Bundeswehreinsatz
Der «Tagesspiegel» rechtfertigte die Karikatur, der Zeichner Klaus Stuttmann habe die Diskussion über einen Einsatz der Bundeswehr in den Stadien während der Fußball-WM thematisiert - den er ablehne. In einer Erklärung der Zeitung heißt es: «Um ironisch-überspitzt die Unnötigkeit eines solchen Einsatzes zu verdeutlichen, sagt Stuttmann mit seinen zeichnerischen Mitteln: Die Bundeswehr müsse eingesetzt werden, weil die iranischen Fußballer bewaffnet oder als Selbstmordbomber antreten würden.«

Man bedauere die iranische Reaktion und könne sie uns nur mit mangelnder Vertrautheit mit der innenpolitischen Debatte in Deutschland erklären, heißt es weiter. Schon ein einziger Blick auf diese Karikatur zeige die ganze Absurdität. »Selbstverständlich wollten weder Herr Stuttmann noch der «Tagesspiegel» die Integrität der iranischen Fußballer in Frage stellen.« (nz)