netzeitung.de«Jyllands-Posten» beurlaubt Kulturredakteur

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Chefredakteur Carsten Juste (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Chefredakteur Carsten Juste
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Nach Mohammed-Zeichnungen wollte Kulturredakteur Flemming Rose nun auch noch Holocaust-Karikaturen in «Jyllands-Posten» veröffentlichen. Dem Chefredakteur war das zu viel.

Von Clemens Bomsdorf, Kopenhagen

Die dänische Zeitung «Jyllands-Posten» hat den Kulturredakteur, der neben Chefredakteur Carsten Juste der entscheidende Mann im Streit um die publizierten Mohammed-Karikaturen ist, auf unbestimmte Zeit beurlaubt. „Die Chefredaktion hat zu Flemming Rose gesagt, er soll Urlaub nehmen, weil niemand sich davon einen Begriff machen kann, unter welchem gewaltigen Druck er gewesen ist“, so die Leitung der Zeitung.

Die Entscheidung, den Redakteur in den Zwangsurlaub zu schicken, kommt einen Tag nachdem dieser im amerikanischen Fernsehsender CNN angekündigt hatte, seine Zeitung erwäge, auch Karikaturen zum Holocaust zu veröffentlichen.

Chefredakteur Juste hatte diese Meldung seines Kulturredakteurs dementiert. Rose habe den Fehler begangen, weil er in den vergangenen Monaten unter einem unglaublichen Druck gestanden habe, so Juste in einem offenen Brief, den er auf der Website der Zeitung veröffentlichte.

Eine iranische Zeitung hatte angekündigt, einen Karikatur-Wettbewerb auszuschreiben, der den Holocaust zum Thema habe. Rose hatte daraufhin angekündigt, möglicherweise mit der Zeitung Kontakt aufzunehmen und die Zeichnungen nachzudrucken. Das war dem Chefredakteur zu viel.

Juste hat sich bisher nicht dafür entschuldigen wollen, dass sein Blatt die Mohammed-Karikaturen veröffentlicht hat. Er entschuldigte sich aber dafür, religiöse Gefühle verletzt zu haben.