07.02.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Harald Schmidt «zu feige» für Islam-Witze
Rudi Carrell löste bereits 1987 in seiner «Tagesshow» einen Konflikt mit dem Iran aus. Moderator Harald Schmidt will so etwas vermeiden - die Sache sei ihm zu heikel.
Talkmaster Harald Schmidt wird in seiner ARD-Show keine Scherze über den Islam oder die Mohammed-Karikaturen machen. «Davon lasse ich die Finger», sagte er der Berliner «tageszeitung». Er habe zwar keinen gefährlichen Beruf, aber er müsse wachsam sein. «Sie brauchen die nötige Feigheit», sagte Schmidt. Witze über US-Präsident George W. Bush seien vergleichsweise ungefährlich.
Alles nicht mehr zu steuernDie mediale Landschaft sei heutzutage anders als noch 1987, wo Rudi Carrell in seiner «Tagesshow» den Eindruck erweckte, Ajatollah Khomeini werde von Anhängerinnen mit Dessous beworfen. «Bei Carrell war es noch Ajatollah gegen Carrell. Mittlerweile ist das nicht mehr zu steuern: In einer kleinen dänischen Zeitung erscheint die Karikatur und in Indonesien wird die dänische Botschaft gestürmt», sagte der 48-Jährige dem Blatt.
Der Iran forderte damals von der Bundesregierung eine offizielle Entschuldigung, die lehnte dies mit dem Hinweis auf die Meinungsfreiheit ab. Die iranische Führung wies daraufhin zwei deutsche Diplomaten aus und schloss das Goethe-Institut in Teheran. Carrell entschuldigte sich dann beim «iranischen Volk», falls er religiöse Gefühle verletzt haben sollte.(nz)