01. Feb 2006 17:34
Der Deutsche Journalistenverband DJV hat den Nachdruck der Mohammed-Karikaturen nun doch gutgeheißen. DJV-Chef Konken bezeichnete sie als meinungsbildend.
Deutsche Tageszeitungen hatten am Mittwoch die Karikaturen über den Propheten Mohammed nachgedruckt, die zuerst in einer dänischen Zeitung erschienen waren. Die Zeitung «Die Welt» machte ihre Mittwochausgabe auf der ersten Seite mit einer der Karikaturen auf und druckte weitere im Innenteil ab. Auch die «Berliner Zeitung» zeigte auf der zweiten Seite mehrere der umstrittenen Motive. Wegen der Veröffentlichung war es in der arabischen Welt zu Protesten und Boykottaufrufen dänischer Produkte gekommen. Vor diesem Hintergrund nannte Konken den Nachdruck der umstrittenen Bilder in deutschen Zeitungen einen notwendigen Beitrag zur Meinungsbildung. Ziel sei es nicht gewesen, die religiösen Gefühle zu verletzen.
Nach Paragraf zehn des Pressekodex sind «Veröffentlichungen in Wort und Bild, die das sittliche oder religiöse Empfinden einer Personengruppe nach Form und Inhalt wesentlich verletzen können, mit der Verantwortung der Presse nicht zu vereinbaren». Der Presserat hatte in der Vergangenheit bereits Rügen gegen Zeitungen verteilt, die sich über Muslime oder Christen lustig gemacht hatten.
Der Sprecher des DJV hatte zuvor gegenüber der Netzeitung Verständnis dafür geäußert, dass die Zeitungen ihren Lesern mit den umstrittenen Bildern den Konflikt veranschaulichen wollten. Dafür hätten die Blätter sich aber auf eine einzelne Karikatur beschränken und darauf achten können, dass sie nicht gegen muslimische Grundsätze verstoße. (nz)