netzeitung.deSPD-Experte verteidigt Mohammed-Satire

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Mohammed-Karikaturen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Mohammed-Karikaturen
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der SPD-Medienexperte Tauss hat den Nachdruck von Mohammed-Karikaturen in deutschen Zeitungen verteidigt. Die Zeichnungen seien durch die Meinungsfreiheit gedeckt, sagte er.

Der SPD-Medienpolitiker Jörg Tauss hält den Nachdruck der umstrittenen Mohammed-Karikaturen in deutschen Tageszeitungen für legitim. Zwar könnten dadurch «in der Tat religiöse Empfindungen verletzt» werden, sagte er der Netzeitung. «Im Zweifel bin ich aber für die Meinungs- und Informationsfreiheit.»

Tauss betonte: «Karikaturisten müssen Freiräume haben und die sind auch durch die Meinungsfreiheit gedeckt.» Das sei «Teil unserer Kultur- und Werteordnung, in der Kirche, Staat und Medien getrennt» seien. «Die freie künstlerische Gestaltung von Karikaturen muss möglich sein.»

DJV mahnt Presse zu Verantwortung
Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), Michael Konken, hatte zuvor den Nachdruck der Karikaturen als «notwendigen Beitrag zur Meinungsbildung», nachdem zunächst sein Sprecher der Netzeitung gesagt hatte, dass die Veröffentlichungen mit der Verantwortung der Presse nicht zu vereinbaren seien. Ziel des Nachdrucks der zuvor in der dänischen Zeitung «Jyllands-Posten» veröffentlichten Karikaturen sei nicht die Verletzung religiöser Gefühle gewesen, betonte Konken.

Mohammed mit Bomben-Turban
Deutsche Tageszeitungen wie die «Welt», die «Berliner Zeitung», der «Tagesspiegel» und die «Financial Times Deutschland» hatten am Mittwoch Karikaturen über den Propheten Mohammed nachgedruckt, die zuerst in einer dänischen Zeitung erschienen waren. Wegen der Veröffentlichung war es in der arabischen Welt zu Protesten und Boykottaufrufen dänischer Produkte gekommen.

Eine der Karikaturen zeigt Mohammed mit einem Turban in Gestalt einer Bombe samt brennender Zündschnur. Auf einer weiteren Zeichnung hat er ein Schwert in der Hand. «Jyllands-Posten» veröffentlichte sie bereits am 30. September, eine norwegische Zeitung druckte sie im Januar nach.


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