Journalistenverband kritisiert Mohammed-Satire
01.02.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Der Deutsche Journalistenverband (DJV) hat die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in deutschen Zeitungen kritisiert. Entscheidend sei die Ziffer 10 des Pressekodex, sagte DJV-Sprecher Hendrik Zörner der Netzeitung. Danach seien «Veröffentlichungen in Wort und Bild, die das sittliche oder religiöse Empfinden einer Personengruppe nach Form und Inhalt wesentlich verletzen können, mit der Verantwortung der Presse nicht zu vereinbaren».
Der Presserat habe in ähnlichen Fällen bereits Rügen erteilt, in denen allerdings das christliche Empfinden verletzt wurde, sagte Zörner. Er räumte ein, die Zeitungen könnten mit der Chronistenpflicht argumentieren. Es sei verständlich, wenn sie den Lesern zumindest zeigen wollen, worum es bei dem Konflikt gehe. Dafür hätte die «Welt» sich aber auf eine einzelne Karikatur beschränken und darauf achten können, dass sie nicht gegen muslimische Grundsätze verstoße.
Der Chefredakteur der Zeitung «Die Welt» nannte den Abdruck unterdessen eine journalistische Pflicht. «Das ist jetzt ein politischer Vorgang», sagte Roger Köppel der Nachrichtenagentur dpa. Bei allen Veröffentlichungen müsse man das journalistische Ethos bewahren und vorsichtig sein. Er finde aber nicht, dass die Karikatur zu weit gehe.
«Jyllands-Posten» hatte sich am Montag für die Karikaturen entschuldigt. Chefredakteur Carsten Juste erklärte, die Zeichnungen hätten nicht gegen dänische Gesetze verstoßen, aber unzweifelhaft viele Muslime beleidigt. Bei ihnen wolle man sich entschuldigen.
