01.02.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Die Unruhe in Teilen der arabischen Welt wegen Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung lässt die Presse in anderen europäischen Ländern unbeeindruckt. Einige druckten die Zeichnungen einfach nach.
Einige westliche Zeitungen haben die von der dänischen Zeitung «Jyllands-Posten» veröffentlichten Mohammed-Karikaturen nachgedruckt. So sind die umstrittenen Motive unter anderem in den Mittwochausgaben der «Berliner Zeitung» und der Tageszeitung «Die Welt» zu sehen. In der «Welt» prangt eine der umstrittenen Zeichungen gar auf der Titelseite. Zu sehen ist der Prophet Mohammed mit einem Turban in Gestalt einer Bombe samt brennender Zündschnur.
Die französische Boulevardzeitung «France-Soir» ging noch weiter. Sie druckte am Mittwoch alle zwölf umstrittenen Karikaturen aus dem dänischen Blatt «Jyllands-Posten» nach. «Ja, man hat das Recht, Gott zu karikieren», hält das Blatt auf seiner Titelseite fest. Die größte dänische Zeitung steht seit der Veröffentlichung der Karikaturen im Zentrum von massiven Protesten aus der islamischen Welt.
Man könne von den Karikaturen halten, was man wolle, sie seien jedoch in keinerlei Weise rassistisch gemeint oder setzten eine Gemeinschaft herab, schreibt «France-Soir». In der Kontroverse um die Karikaturen gehe es um das «Gleichgewicht» zwischen dem Respekt von religiösen Überzeugungen und der Meinungsfreiheit in der Demokratie.
«Jyllands-Posten» hatte sich am Montag für die Karikaturen entschuldigt. Chefredakteur Carsten Juste sagte, die Zeichnungen hätten nicht gegen dänische Gesetze verstoßen, aber unzweifelhaft viele Muslime beleidigt. Bei ihnen wolle man sich entschuldigen. (nz)