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Fall Osthoff: Zeitung wehrt sich gegen Vorwürfe

25. Jan 2006 15:59
Susanne Osthoff bei 'Beckmann'
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Der «Tagesspiegel» hatte Mitte Januar «exklusiv» gemeldet, Susanne Osthoff sei für den Grimme-Medienpreis vorgeschlagen worden. Jetzt stellte sich heraus: Der Vorschlag kam von einem Mitarbeiter des Blattes.

Ein «Exklusiv»-Bericht des «Tagesspiegel» über einen Grimme-Preis-Vorschlag sorgt für Aufregung. Das Blatt hatte am 13. Januar die Meldung mit der Überschrift «Grimme-Preis für Susanne Osthoff?» verbreitet. Der Exklusiv-Charakter der Meldung steht nunmehr allerdings in Frage, nachdem bekannt wurde, dass der Urheber des Vorschlags ein Mitarbeiter der Zeitung ist.

Lorenz Maroldt, Chefredakteur des «Tagesspiegel», äußerte im Gespräch mit der Netzeitung sein Bedauern über den Vorfall. Er trat zugleich dem Eindruck entgegen, dass die Zeitung die Meldung bewusst lanciert haben könnte. «Der Redakteur hat nicht im Namen des 'Tagesspiegel' und nicht mit Wissen des 'Tagesspiegel', sondern als Privatmann den Nominierungs-Vorschlag gemacht», sagte er.

«Medieninszenierung»

Der Direktor des Grimme-Instituts, Uwe Kammann, warf dem Blatt bei der Berichterstattung über die Irak-Geisel Osthoff hingegen eine «Medieninszenierung» vor. «Da wollte jemand offenbar der Berichterstattung einen neuen Akzent geben», sagte er der «Bild»-Zeitung.

«Tagesspiegel»-Chef Maroldt wies den Vorwurf als «nicht zutreffend» zurück. Medieninszenierungen entsprächen «nicht den Gepflogenheiten des 'Tagesspiegel'» und fänden auch «nicht die Billigung der Chefredaktion», sagte er. Zugleich kündigte Maroldt an, dass der Vorgang «en detail und sehr kritisch» aufgearbeitet werde.

Dreistufiges Preisverfahren

Der «Tagesspiegel» hatte berichtet, die Auftritte der freigelassenen Irak-Geisel Osthoff in ARD und ZDF sollen für den Grimme-Preis nominiert werden. Das Adolf-Grimme-Institut hatte die Meldung daraufhin bestätigt und mitgeteilt, die beiden Interviews im «heute-journal» des ZDF und in der ARD-Talkshow «Beckmann» seien bereits angefordert worden und sollen in der kommenden Woche von der Nominierungskommission bewertet werden.

Ob Osthoff ausgezeichnet wird, ist derzeit noch völlig offen. Dies sei «eine Sache der Nominierungskommissionen und Jurys, welche die wichtigsten Stationen beim dreistufigen Preisverfahren darstellen», heißt es in einer Mitteilung des Grimme-Instituts. Vorgeschlagen sind demnach derzeit über 500 Sendungen.

 
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