Medien fielen auf Ente zur Folter-Debatte herein
In einer als Pressemitteilung aufgemachten E-Mail mit der Überschrift «BDJ unterstützt Folterforderung von Bundesinnenminister Schäuble» wurde ein Claus Grötz als Chef des Bundes Deutscher Juristen (BDJ) und Richter am Bundesgerichtshof (BGH) mit den Worten zitiert: «Die Zeit der weihnachtlichen Sentimentalitäten ist vorbei. Wir müssen das Thema offen diskutieren.» Plädiert wurde für die «Gewinnung von Aussagen mittels leichter Foltermaßnahmen und die Verwertung solcher Aussagen».
Bei Recherchen stellte die Agentur dann fest, dass es weder einen BGH-Richter Grötz noch den BDJ gibt. «Dass diese Fälschung die gesunde Kritik ausschalten konnte, zeigt, wie entschieden wir den Gefahren der Routine begegnen müssen», sagte dazu AP-Chefredakteur Peter M. Gehrig. Die AP wolle diese erste schlechte Nachricht des neuen Jahres zum Anlass nehmen, die interne Qualitätskontrolle zu steigern.
Die Urheber der Falschmeldung versahen unterdessen ihre vermeintliche Pressemitteilung mit einen Nachtrag: «Der Interviewanfrage des MDR kann Herr Dr. Claus Grötz nicht nachkommen. Er hat nach der berechtigten Rücktrittsforderung der Grünen-Geschäftsführerin Steffi Lemke seine Ämter als BDJ-Vorsitzender und Strafrichter am Bundesgerichtshof niedergelegt.» (nz)
