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Sat1 kassiert Million aus illegaler Werbung

21. Dez 2005 15:53
Im Internet präsentiert die CMA Videos von Sendungen des Sat1-Frühstücksfernsehens.
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Der Verdacht hat sich bestätigt: Sat1 besserte seine Einnahmen durch Schleichwerbung auf. Gezahlt haben dafür unter anderem die AOK, die Agrar-Marketing-Gesellschaft CMA und die deutsche Versicherungswirtschaft.

Die Schleichwerbung in den Sat1-Sendungen «Frühstücksfernsehen» und «17.30 Uhr Live aus Berlin» hat dem Sender jährlich mehr als eine Million Euro an Einnahmen gebracht. Das geht aus einem Prüfbericht hervor, den die zuständige Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz am Mittwoch in Ludwigshafen vorstellte. Die LMK bestätigte damit die Schleichwerbe-Vorwürfe gegen den Privat-Sender. Wie es hieß, basiert der Bericht auf Untersuchungen einer renommierten Anwaltskanzlei und der Innenrevision des ProSiebenSat1-Konzerns.

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Firmen und Interessenverbände hätten zwischen 2000 und 2005 systematisch Einfluss auf redaktionelle Inhalte im Programm des Senders genommen, teilte die LMK mit. Das eingenommene Geld habe zur Finanzierung der Formate gedient.

Unternehmen und Verbände hätten redaktionelle Inhalte sowohl durch direkte Vereinbarung als auch über Vermittlungsagenturen wie WorldCom oder Connect-TV mit dem Sender abgestimmt, hieß es zur Schleichwerbe-Praxis. Zu den Kunden des Senders hätten insbesondere der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft, die Centrale Marketing Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) und die AOK gehört. Außerdem seien medizinische Themen von kleineren Agenturen wie medicine und Infokontor platziert worden.

Neben einer «lückenlosen Aufklärung» und personellen Konsequenzen habe ProSiebenSat1 Richtlinien für die Beschäftigten beschlossen, die Schleichwerbung ausschließen sollen, so die LMK weiter. Außerdem habe der Konzern eine Selbstverpflichtungserklärung abgegeben: Landesmedienanstalten würden damit in Verdachtsfällen Einsichtsrechte eingeräumt.

Entscheidung über Sanktionen später

Über Sanktionen gegen Sat1 will die Medienaufsichtsbehörde voraussichtlich im Februar 2006 entscheiden. Dem Sender droht eine Geldbuße von bis zu 500.000 Euro.

Die «Süddeutsche Zeitung» hatte Ende September erstmals über den Schleichwerbe-Skandal bei Sat1 berichtet. Nach Informationen der Zeitung zählten auch das Finanz-Institut AWD, die Autoservicefirma Pit Stop sowie die Arzneimittelhersteller Klosterfrau, Spitzner und Lichtwer zu den Schleichwerbekunden. (nz)

 
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