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Leitende Mitarbeiter verlassen Berliner Verlag

19. Dez 2005 19:26
Sitz des Berliner Verlages
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Nach der Übernahme des Berliner Verlages durch ausländische Finanzinvestoren kehren führende Mitarbeiter dem Unternehmen den Rücken. Medienberichten zufolge erwarten die neuen Eigner deutliche Gewinnsteigerungen.

Der Berliner Verlag verliert zum Jahresende zwei leitende Mitarbeiter. Sowohl der Chefredakteur des Stadtmagazins «Tip», Karl Hermann, als auch Verlags-Geschäftsführer Oliver Rohloff scheiden zum 31. Dezember aus dem Unternehmen, das vor kurzem von ausländischen Finanzinvestoren übernommen worden war, aus.

Geschäftsführer geht auf eigenen Wunsch

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Rohloff verlasse die Geschäftsführung «auf eigenen Wunsch». Dem Verlag werde er im ersten Quartal 2006 noch beratend zur Seite stehen, hieß es am Montag in einer Mitteilung des Verlages.

Bereits am Freitag war bekannt geworden, dass «Tip»-Chefredakteur Hermann seinen Posten nach zehn Jahren aufgibt. Gegenüber der Netzeitung begründete er seine Entscheidung mit «unterschiedlichen Auffassungen über die Ausrichtung des Verlages». Details wollte er unter Verweis auf seinen Aufhebungsvertrag nicht nennen.

Kritik am neuen Eigentümer

Der bisherige stellvertretende Chefredakteur, Hans-Joachim Wacker, soll das Magazin nun als Interims-Chefredakteur führen.

Wie die Chefredakteure von «Berliner Zeitung» und «Berliner Kurier» hatte sich auch Hermann kritisch zur Übernahme des Verlages durch die Firma Mecom des britischen Investors David Montgomery und die Finanzgesellschaft Veronis Suhler Stevenson (VSS) geäußert.

Rendite-Erwartungen

In einer Anfang November publizierten Kolumne bezeichnete Hermann Montgomery als «Finanzhai mit verlegerischen Ambitionen» und hielt ihm vor, kein längerfristiges Interesse am Erhalt des Verlages und seiner Blätter zu haben. «Mr. Montgomery ist kein Axel Springer oder Stefan von Holtzbrink, die aus nicht immer nachvollziehbaren Gründen selbst schwer defizitäre Zeitungshäuser wie «Die Welt» über Jahre hinweg am Leben erhalten haben. Er will, ja er muss sogar, ein Geschäft machen, das seine Shareholder und die Banken zufrieden stellt. Insofern interessiert ihn letztendlich nur die Rendite beim Exit», schrieb der «Tip»-Chefredakteur seinerzeit.

Montgomery selbst hatte kurz nach Bekanntwerden der Übernahme Ende Oktober Befürchtungen zurückgewiesen, wonach er mit dem Erwerb des Verlages lediglich an einem schnellen und profitablen Ausstieg interessiert sei. Er wolle langfristig eine deutsche oder europäische Mediengruppe aufbauen.

In der vergangenen Woche hatten die neuen Eigner Medienberichten zufolge ihre Ziele konkretisiert: Demnach soll die Geschäftsleitung den Gewinn in den nächsten Jahren deutlich steigern. In einer internen Präsentation habe Geschäftsführer Peter Skulimma Pläne vorgestellt, nach denen die Rendite von zwölf Prozent in diesem Jahr stufenweise auf 21 Prozent im Jahr 2008 steigen soll, berichtete das Magazin «Der Spiegel». Wie die Steigerung erreicht werden kann, sollen Arbeitsgruppen in den nächsten Wochen Vorschläge klären. (nz)

 
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