In einer Anfang November publizierten Kolumne bezeichnete Hermann Montgomery als «Finanzhai mit verlegerischen Ambitionen» und hielt ihm vor, kein längerfristiges Interesse am Erhalt des Verlages und seiner Blätter zu haben. «Mr. Montgomery ist kein Axel Springer oder Stefan von Holtzbrink, die aus nicht immer nachvollziehbaren Gründen selbst schwer defizitäre Zeitungshäuser wie «Die Welt» über Jahre hinweg am Leben erhalten haben. Er will, ja er muss sogar, ein Geschäft machen, das seine Shareholder und die Banken zufrieden stellt. Insofern interessiert ihn letztendlich nur die Rendite beim Exit», schrieb der «Tip»-Chefredakteur seinerzeit.Montgomery selbst hatte kurz nach Bekanntwerden der Übernahme Ende Oktober Befürchtungen zurückgewiesen, wonach er mit dem Erwerb des Verlages lediglich an einem schnellen und profitablen Ausstieg interessiert sei. Er wolle langfristig eine deutsche oder europäische Mediengruppe aufbauen.
In der vergangenen Woche hatten die neuen Eigner Medienberichten zufolge ihre Ziele konkretisiert: Demnach soll die Geschäftsleitung den Gewinn in den nächsten Jahren deutlich steigern. In einer internen Präsentation habe Geschäftsführer Peter Skulimma Pläne vorgestellt, nach denen die Rendite von zwölf Prozent in diesem Jahr stufenweise auf 21 Prozent im Jahr 2008 steigen soll, berichtete das Magazin «Der Spiegel». Wie die Steigerung erreicht werden kann, sollen Arbeitsgruppen in den nächsten Wochen Vorschläge klären. (nz)