Bittere Panne bei den «Superstars»
15.12.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Stephan bricht zusammen, die anderen Kandidaten sind geschockt
Foto: RTL
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der vermeintlich Glückliche hatte schon gejubelt, dann kam der Notar: In der ersten K.o.-Runde der RTL-Casting-Show gab es Frust und Tränen.
Es ist eine der Neuerungen der dritten Staffel von «Deutschland sucht den Superstar»: In sogenannten «Top 20»-Shows treten zunächst die männlichen, dann auch die weiblichen Kandidaten gegen einander an. Am gestrigen Mittwoch war es zum ersten Mal soweit. Zehn Kandidaten traten an, aber nur sieben kamen weiter. Ab 22.45 Uhr verkündete RTL live die Ergebnisse des Televotings - und leistete sich dabei entweder eine Panne oder eine Manipulation.
Großaufnahme von den TränenZunächst verkündete das Moderatorenpaar Tooske Ragas und Marco Schreyl, dass der 24-jährige Markus Derwall als letzter der vier Wackelkandidaten die nächste Runde erreicht hatte. Die Regie zoomte derweil aber viel lieber auf das tränenüberströmte Gesicht des jüngsten Kandidaten, des 18-jährigen Stephen Darnstaedt, dem die Jury um Dieter Bohlen wegen seiner Nervosität an diesem Abend schon das Aus vorhergesagt hatte. So kam es dann auch - zunächst jedenfalls. Der hübsche Blonde wurde bereits von den Moderatoren getröstet, als RTL-Notar Jens Fleischhauer auf die Bühne kam und verkündete, dass das Ergebnis falsch vorgetragen worden sei.
Gut für die Quoten...Ergebnis der Korrektur, für die es im Studio auch viele Buh-Rufe gab: Nicht Derwall, sondern tatsächlich Darnstaedt darf noch einmal antreten. Laut RTL hatte Moderator Marco Schreyl nicht aufgepasst. Auf der Karte, die ihm der Notar gegeben hatte, standen die Namen der drei Kandidaten, die
nicht ausreichen Stimmen bekommen hatten. Schreyl vergriff sich laut dem Sender in der Wortwahl und wurde von Fleischhauer folgendermaßen korrigiert: «Das von mir festgestellte und auf der Karte notierte Ergebnis entsprach nicht der Ansage des Moderators». «Ein Fehler, sagt Marco Schreyl laut RTL nun, «der nicht passieren darf. Mir tut dies unendlich leid. Ich habe mich natürlich sofort bei Markus Derwall entschuldigt.»
Sicher ist aber auch, dass der 18-jährige Stephen die Herzen der zumeist jugendlichen DSDS-Fans wohl weit mehr bewegen dürfte als der nachgerückte Neffe des einstigen Fußball-Bundestrainers Jupp Derwall - mal abgesehen von dem durchaus medienträchtigen Skandal. Glück also für RTL's Einschaltquoten... und Pech für den sichtlich frustrierten Sänger Markus Derwall. (nz)