EU-Werberichtlinie besorgt Medienpolitiker
Die Kommission hatte einen Gesetzentwurf vorgelegt, die den Sendern erlauben soll, die Programme jederzeit für Werbung zu unterbrechen. Die Werbezeit ist auf zwölf Minuten pro Stunde begrenzt. Erlaubt werden soll auch das Product Placement, etwa das Zeigen von Produkten in Filmen gegen Bezahlung. Es muss jedoch zu Beginn der Sendung dem Zuschauer angezeigt werden. In Informations- und Kindersendungen sollen Werbeunterbrechungen wie auch bei Kinofilmen nur alle 35 Minuten erlaubt sein. Reklame für Tabak und verschreibungspflichtige Medikamente bleibe verboten.
Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) erklärte, wer die Trennung von Werbung und Programm aufhebe, führe die Mediennutzer in die Irre. Ein Hinweis vor der jeweiligen Sendung reiche angesichts des «Zapping-Verhaltens» nicht aus. Der Verlust an Glaubwürdigkeit könnte sich auch auf andere Medien auswirken. In Zukunft könnte die Werbung treibende Wirtschaft auch von anderen Medien Product Placement erwarten.
Der Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) begrüßte eine Deregulierung der TV-Werbung. Trotzdem bleibe auch danach das Fernsehen das am stärksten regulierte Medium. Eine Umsetzung der EU-Richtlinie sei frühestens im Jahr 2009 zu erwarten, erklärte VPRT-Präsident Jürgen Doetz. (nz)

