netzeitung.deSgrena rät zur Ausstrahlung von Osthoff-Video

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Giuliana Sgrena (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Giuliana Sgrena
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Entgegen der Forderung der Geiselnehmer will die ARD das gesamte Video von der Entführung einer Deutschen in Irak nicht zeigen. Es könnte aber helfen, meint die Journalistin und Ex-Geisel Sgrena. Thema: Entführung einer Deutschen Fall Osthoff: USA wollen helfen Entführung im Irak: Politik sucht nach Strategie Verhandeln ohne nachzugeben Entführte Deutsche half Irakern Die italienische Journalistin Giuliana Sgrena hat die deutschen Fernsehanstalten zur Ausstrahlung des Videos mit der entführten Susanne Osthoff aufgefordert. «Es ist besser, das Video zu zeigen. Es hilft, eine Öffentlichkeit zu mobilisieren», sagt sie der «Zeit». Sgrena war im Februar und März dieses Jahres selbst für vier Wochen in der Hand von Kidnappern im Irak, ehe sie nach Verhandlungen freikam. Die ARD hatte lediglich ein Standbild aus dem Video ausgestrahlt. ARD-Chefredakteur Hartmann von der Tann rechtfertigte dies am Mittwoch mit der Verantwortung des Senders für die Würde der entführten Frau und ihres Fahrers. Hinzu komme, dass die ARD nicht Propaganda für Terroristen machen wolle. Schließlich sei der Spielraum für die Verhandlungen zur Freilassung der Geiseln größer, wenn der Inhalt des Videos nicht allgemein bekannt sei. Aus der Pressestelle der ARD-Anstalt SWR hatte es zuvor geheißen, man habe sich aus Rücksicht auf die Sicherheit der Mitarbeiter und der Entführten entschlossen, zunächst überhaupt keine öffentlichen Kommentare zum Entführungsfall abzugeben. Sgrena, Mitarbeiterin der «Zeit» und der italienischen Zeitung «Il Manifesto», riet ausländischen Zivilisten, den Irak zu meiden. «Zurzeit ist es besser, dem Irak fernzubleiben», sagt sie. «Wie eine Gefangene» Über ihren eigenen Fall berichtet Sgrena, sie sei von den Kidnappern «wie eine Gefangene» behandelt worden. «Das ist nicht komfortabel, aber es gibt offenbar so etwas wie einen Verhaltenskodex. Ich habe zum Beispiel Medikamente erhalten und auch ausreichend Essen.» Ihre Entführer waren nach ihren Angaben keine gewöhnlichen Kriminellen und auch keine Terroristen wie zum Beispiel Anhänger des Jordaniers Abu Musab al Zarqawi. «Meine Entführer haben sich als sehr politisch herausgestellt ... Politischere Gruppen sind Verhandlungen gegenüber aufgeschlossener. Da gibt es etwas mehr Spielraum, um die Geisel zu befreien.» Sgrena schließt nicht aus, dass es bei der Entführung von Susanne Osthoff «einen Zusammenhang mit dem Regierungswechsel» in Deutschland gibt. (nz)

Die italienische Journalistin Giuliana Sgrena hat die deutschen Fernsehanstalten zur Ausstrahlung des Videos mit der entführten Susanne Osthoff aufgefordert. «Es ist besser, das Video zu zeigen. Es hilft, eine Öffentlichkeit zu mobilisieren», sagt sie der «Zeit». Sgrena war im Februar und März dieses Jahres selbst für vier Wochen in der Hand von Kidnappern im Irak, ehe sie nach Verhandlungen freikam.

Die ARD hatte lediglich ein Standbild aus dem Video ausgestrahlt. ARD-Chefredakteur Hartmann von der Tann rechtfertigte dies am Mittwoch mit der Verantwortung des Senders für die Würde der entführten Frau und ihres Fahrers. Hinzu komme, dass die ARD nicht Propaganda für Terroristen machen wolle. Schließlich sei der Spielraum für die Verhandlungen zur Freilassung der Geiseln größer, wenn der Inhalt des Videos nicht allgemein bekannt sei.

Aus der Pressestelle der ARD-Anstalt SWR hatte es zuvor geheißen, man habe sich aus Rücksicht auf die Sicherheit der Mitarbeiter und der Entführten entschlossen, zunächst überhaupt keine öffentlichen Kommentare zum Entführungsfall abzugeben.

Sgrena, Mitarbeiterin der «Zeit» und der italienischen Zeitung «Il Manifesto», riet ausländischen Zivilisten, den Irak zu meiden. «Zurzeit ist es besser, dem Irak fernzubleiben», sagt sie.

«Wie eine Gefangene»
Über ihren eigenen Fall berichtet Sgrena, sie sei von den Kidnappern «wie eine Gefangene» behandelt worden. «Das ist nicht komfortabel, aber es gibt offenbar so etwas wie einen Verhaltenskodex. Ich habe zum Beispiel Medikamente erhalten und auch ausreichend Essen.»

Ihre Entführer waren nach ihren Angaben keine gewöhnlichen Kriminellen und auch keine Terroristen wie zum Beispiel Anhänger des Jordaniers Abu Musab al Zarqawi. «Meine Entführer haben sich als sehr politisch herausgestellt ... Politischere Gruppen sind Verhandlungen gegenüber aufgeschlossener. Da gibt es etwas mehr Spielraum, um die Geisel zu befreien.»

Sgrena schließt nicht aus, dass es bei der Entführung von Susanne Osthoff «einen Zusammenhang mit dem Regierungswechsel» in Deutschland gibt. (nz)