17. Nov 2005 16:34, ergänzt 22:50
Die Behandlung eines Journalisten hat am Rande des Weltinformationsgipfels in Tunesien für Verstimmung gesorgt. Beim Versuch, das Land zu betreten, ist der Generalsekretär von «Reporter ohne Grenzen» zurückgewiesen worden.
Der als streitbar bekannte RSF-Generalsekretär sagte nach seiner Zurückweisung, seine Papiere seien «alle in Ordnung» gewesen. Eine Sprecherin des Gipfels bestätigte, dass Menard akkreditiert gewesen sei. Gegen ihn liegt in Tunesien allerdings eine Klage wegen Sachbeschädigung während einer Aktion der «Reporter ohne Grenzen» im tunesischen Konsulat in Paris vor. Die weltweit tätige Hilfsorganisation für Journalisten wirft dem Land schwerste Verletzungen der Pressefreiheit vor.Das Pariser Außenministerium bedauerte, dass «keine Lösung» für eine Einreise Ménards gefunden worden sei. Außenminister Philippe Douste-Blazy hatte Tunis Anfang der Woche aufgefordert, «die freie Ausübung der journalistischen Arbeit zu garantieren». Dies sei den tunesischen Behörden in Tunis wie auch in Paris am Montag mitgeteilt worden, sagte ein Ministeriumssprecher.
Reporter ohne Grenzen bezeichnete die Ausweisung ihres Generalsekretärs als nicht hinnehmbar. Den Organisatoren des Gipfels und Frankreich warf die Organisation Komplizenschaft mit der tunesischen Regierung vor
Im Vorfeld des Gipfels war es in Tunis wiederholt zu Übergriffen auf Journalisten gekommen, darunter auf einen Mitarbeiter der französischen Zeitung «Liberation» und ein Team des belgischen Fernsehsenders RTBF. In beiden Fällen wollten die Reporter zur Menschenrechtslage in Tunesien recherchieren. (nz)