Regierung zu «Cicero»: Kein Handlungsbedarf
Die Polizei hatte Mitte September die Redaktionsräume des Potsdamer Magazins und die Privatwohnung des «Cicero»-Mitarbeiters Bruno Schirra durchsucht. Dabei wurden zahlreiche Unterlagen beschlagnahmt, auch so genannte Zufallsfunde. Schirra hatte in einem Artikel über den jordanischen Terroristenführer Abu Mussab al Zarqawi aus vertraulichen Unterlagen des Bundeskriminalamts (BKA) zitiert.
Die Regierung verneinte in ihrer Antwort einen generellen Vorrang der schutzwürdigen Interessen von Journalisten gegenüber den Strafverfolgungsbehörden. Das Innenministerium hält auch die Beschlagnahme von Unterlagen für gerechtfertigt, die nichts mit dem Fall zu tun haben: «Die Aufklärung und Verfolgung von Straftaten kann nicht davon abhängig sein, dass sich beweisrelevante Gegenstände zufällig bei einem beschuldigten Journalisten befinden, gegen den in anderer Sache ermittelt wird.»
Beck warf dem Innenministerium vor, sich bei fast allen Fragen um konkrete Aussagen herumzuwinden. Vom künftigen Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) erwarten die Grünen, dass er den Schutz von Journalisten vor unverhältnismäßigen Eingriffen der Ermittlungsbehörden ernst nehme und sich rechtlichen Verbesserungen nicht verschließe. (nz)

