netzeitung.deChauvinismus-Preis geht an NDR

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Reinhold Beckmann (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Reinhold Beckmann
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Zum ersten Mal haben die Medienfrauen von ARD und ZDF eine ganze Rundfunkanstalt mit der so genannten Sauren Gurke ausgezeichnet. Sie kritisieren damit Chauvinismus und Klischees über Frauen.

Die Medienfrauen von ARD und ZDF haben dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) die «Saure Gurke» 2005 verliehen. Der NDR habe sich in Fernsehsendungen durch einen «rasanten Abbau von Qualitätsstandards und unerwartete Rückgriffe auf chauvinistische Klischees» ausgezeichnet, urteilte die Frauen-Jury in Bonn. Der Negativ-Preis wird seit 1980 jährlich für frauenfeindliche Beiträge im öffentlich-rechtlichen Fernsehen verliehen.

In der Endausscheidung seien zehn TV-Produktionen übrig geblieben, sagte Jury-Mitglied Brigitte Reimer vom Bayerischen Rundfunk. Davon seien fünf vom NDR gewesen. Wegen dieser Häufung und weil der NDR «schon früher aufgefallen» sei, habe sich die Jury entschlossen, erstmals in der Geschichte der Gurke den Preis einer ganzen Rundfunkanstalt zu geben.

Besondere Beachtung fand Moderator Reinhold Beckmann. Ihm sei es in seiner ARD-Talkshow nach der Bundestagswahl geglückt, Frauen und Parteien «dank einer geschickten Besetzungspolitik» klar zu trennen, stellte die Jury fest. Er habe sich in einer «Frauenrunde» mit den Altpolitikerinnen Rita Süssmuth (CDU), Annemarie Renger (SPD) und Hildegard Hamm-Brücher (FDP) erst nach deren Befindlichkeiten erkundigt, bevor er anschließend in einer «Politikerrunde» über konkrete Politik gesprochen worden sei. Außerdem sei Beckmann schon öfter damit aufgefallen, dass er mit Frauen und Männern unterschiedlich umgehe. (nz)