netzeitung.deVerdi fürchtet um Berliner Verlag

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Gebäude des Berliner Verlages (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Gebäude des Berliner Verlages
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Die Gewerkschaft Verdi warnt vor dem Abzug von «Geld in rauen Mengen» bei einem Verkauf des Berliner Verlages an 3i. Holtzbrinck teilte mit, die erwartete Rendite müssten die Berliner nicht allein erwirtschaften.

Die Gewerkschaft Verdi hat den Holtzbrinck-Konzern aufgefordert, Rendite-Interessen beim Verkauf des Berliner Verlags («Berliner Zeitung», «Berliner Kurier», «tip») zurückzustellen. «Der Verkauf muss an einen seriösen Verleger erfolgen, selbst wenn der Erlös geringer ausfällt», sagte der stellvertretende Verdi-Vorstand Frank Werneke am Dienstag in Berlin. Es sei zu befürchten, dass «Geld in rauen Mengen» aus dem Berliner Verlag gezogen würde, falls das britische Konsortium um den Finanzinvestor David Montgomery das Medienhaus übernimmt.

Holtzbrinck-Geschäftsführer Michael Grabner hatte laut Bericht der «Berliner Zeitung» am Montagabend auf einer Betriebsversammlung des Berliner Verlages erklärt, dass mit den britischen Finanzinvestoren Mecom, 3i und Veronis Suhler Stevenson exklusiv verhandelt werde. Wenn diese ihre zu Verhandlungsbeginn gemachten Versprechen einhielten, werde ungeachtet anderer Angebote an diese Investoren verkauft.

Zu den Konzepten der Investoren habe sich Grabner nicht geäußert, schreibt die Zeitung weiter. Der Geschäftsführer habe aber betont, dass die Rendite des Geschäfts aus Zukäufen anderer Zeitungen erzielt werden soll. Es gebe mindestens vier deutsche Verlage, die ihre Blätter verkaufen wollten. Konkret habe Grabner die Rhein-Zeitung genannt, berichtet die «Berliner Zeitung» weiter.

«Tod des Qualitätsjournalismus»
Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands, Michael Konken, sagte, ein Verkauf der «Berliner Zeitung» an Montgomery könnte «den Tod eines großen Stücks Qualitätsjournalismus bedeuten».

Holtzbrinck verhandelt derzeit mit Montgomery über einen Verkauf des Berliner Verlags, zu dem die «Berliner Zeitung», der «Berliner Kurier» und das Stadtmagazin «Tip» gehören. Dem Vernehmen wollen die Investoren die Rendite innerhalb von fünf Jahren von derzeit neun auf 20 Prozent steigern. (nz)