Dumont bietet für Berliner Verlag
Am Wochenende hatte sich Konstantin Neven DuMont mit den Worten zitieren lassen: «Wir haben Interesse an der 'Berliner Zeitung' und dem 'Tagesspiegel' bekundet.» Dem Vernehmen nach sind die Verhandlungen mit 3i aber schon weit vorangeschritten. Spätestens in der kommenden Woche soll die Komplettübernahme des Berliner Verlags für rund 150 Millionen Euro verkündet werden. Der Verlag gibt neben der «Berliner Zeitung» auch den «Berliner Kurier» und das Stadtmagazin «Tip» heraus.
Ob das mögliche Dumont-Schauberg-Gebot noch rechtzeitig kommt, ist deshalb mehr als ungewiss. Sollten die Verhandlungen mit 3i zu einem erfolgreichen Abschluss kommen, würde erstmals eine deutsche Tageszeitung von einer ausländischen Beteiligungsgesellschaft kontrolliert werden. Am Freitag informierten sich die Mitarbeiter des Berliner Verlags im Rahmen einer Betriebsversammlung über den Stand der Dinge.
«Der Berliner Verlag muss erhalten bleiben», forderte Konken. Eine Zeitung könne nicht «als reines Wirtschaftsgut» behandelt werden. Sollte das Konsortium wirklich den Zuschlag bekommen, fürchtet der DJV einen Präzedenzfall: «Andere Zeitungsübernahmen durch Finanzinvestoren könnten folgen», warnte Konken. «Damit wäre die Medienvielfalt in Deutschland gefährdet.»
Auch die Geschäftsführung des Berliner Verlages ist noch nicht informiert, was die Briten nach einer Übernahme vorhaben. Dem Vernehmen nach soll die Rendite innerhalb von fünf Jahren von derzeit neun auf 20 Prozent gesteigert werden.
Im Verlag geht man davon, dass das nicht ohne massiven Stellenabbau geschehen kann. Von den 420 Mitarbeitern des Verlags müssten mindestens 100 gehen, fürchten Insider.
Für das Web ediert von Marcus Gatzke

