netzeitung.deDumont bietet für Berliner Verlag

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DJV-Chef Michael Konken (Foto: Privat<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe DJV-Chef Michael Konken
Foto: Privat
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im Kampf um die Übernahme des Berliner Verlags will auch Dumont Schauberg mitmischen. Scharfe Kritik an einen möglichen Verkauf an britische Finanzinvestoren kommt vom Journalistenverband DJV.

Der mögliche Verkauf des Berliner Verlags an eine britische Investorengruppe um den Finanzinvestor 3i könnte doch noch scheitern. Nach Informationen der Netzeitung hält der Kölner Verlag Dumont Schauberg sein Angebot aufrecht und will mindestens den gleichen Betrag für den Verlag bieten wie die Briten.

Am Wochenende hatte sich Konstantin Neven DuMont mit den Worten zitieren lassen: «Wir haben Interesse an der 'Berliner Zeitung' und dem 'Tagesspiegel' bekundet.» Dem Vernehmen nach sind die Verhandlungen mit 3i aber schon weit vorangeschritten. Spätestens in der kommenden Woche soll die Komplettübernahme des Berliner Verlags für rund 150 Millionen Euro verkündet werden. Der Verlag gibt neben der «Berliner Zeitung» auch den «Berliner Kurier» und das Stadtmagazin «Tip» heraus.

Ob das mögliche Dumont-Schauberg-Gebot noch rechtzeitig kommt, ist deshalb mehr als ungewiss. Sollten die Verhandlungen mit 3i zu einem erfolgreichen Abschluss kommen, würde erstmals eine deutsche Tageszeitung von einer ausländischen Beteiligungsgesellschaft kontrolliert werden. Am Freitag informierten sich die Mitarbeiter des Berliner Verlags im Rahmen einer Betriebsversammlung über den Stand der Dinge.

DJV: «Finger weg vom Berliner Verlag»
Nicht nur unter den deutschen Verlagen regt sich Widerstand gegen die geplante Übernahme durch die britischen Finanzinvestoren: «Es kann nicht sein, dass der Berliner Verlag an ein Konsortium verkauft wird, dass ausschließlich ökonomische Ziele verfolgt», sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalistenverbands (DJV), Michael Konken, der Netzeitung. «Sollte dies wirklich so sein, dann: Finger weg vom Berliner Verlag.»

«Der Berliner Verlag muss erhalten bleiben», forderte Konken. Eine Zeitung könne nicht «als reines Wirtschaftsgut» behandelt werden. Sollte das Konsortium wirklich den Zuschlag bekommen, fürchtet der DJV einen Präzedenzfall: «Andere Zeitungsübernahmen durch Finanzinvestoren könnten folgen», warnte Konken. «Damit wäre die Medienvielfalt in Deutschland gefährdet.»

Massiver Stellenabbau unter 3i befürchtet
Eine genaue Strategie, was 3i, die zusammen mit dem britischen Medienmanager David Montgomery und einem weiteren Investoren bieten, mit dem Verlag nach einer Übernahme machen will, liegt zumindest noch nicht offiziell vor.

Auch die Geschäftsführung des Berliner Verlages ist noch nicht informiert, was die Briten nach einer Übernahme vorhaben. Dem Vernehmen nach soll die Rendite innerhalb von fünf Jahren von derzeit neun auf 20 Prozent gesteigert werden.

Im Verlag geht man davon, dass das nicht ohne massiven Stellenabbau geschehen kann. Von den 420 Mitarbeitern des Verlags müssten mindestens 100 gehen, fürchten Insider.


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