netzeitung.dePresserat missbilligt Berichte über Mette-Marit

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Das norwegische Prinzenpaar mit Tochter Ingrid Alexandra (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Das norwegische Prinzenpaar mit Tochter Ingrid Alexandra
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Mehrere deutsche Klatschmagazine haben darüber berichtet, dass das Kind der norwegischen Prinzessin Mette-Marit entführt werden sollte. Der Presserat sieht das Königshaus unfair behandelt.

Von Clemens Bomsdorf, Kopenhagen

«Prinzessin Mette-Marit Entführungsangst! Warum ihr kleiner Marius in Gefahr ist», «Von der Familie ausgegrenzt, ein Kind 2. Klasse», «Tochter vergöttert, Klein Marius abgeschoben» titelte die deutsche Klatschpresse diesen Frühsommer. Im Zentrum der Berichterstattung standen Prinzessin Mette-Marit, die Frau des norwegischen Thronfolgers Haakon, und ihr Sohn aus einer früheren Ehe.

Das Kind solle entführt werden, hieß es. Angeblich werde es stiefmütterlich behandelt und dürfe beispielsweise nicht auf den Balkon des königlichen Schlosses, stand ebenfalls in den Blättern. Fotos in norwegischen Medien allerdings beweisen das Gegenteil.

Die deutsche Presse spekulierte auch darüber, ob die Angst um die Entführung ihres Sohnes Marius sich negativ auf die Schwangerschaft von Mette-Marit auswirken könne. Zuvor war bereits von einem möglichen Schwangerschaftsabbruch und einem angeblichen außerehelichen Verhältnis Mette-Marits geschrieben worden. Das zweite gemeinsame Kind des Prinzenpaares soll im Dezember zur Welt kommen, im vergangenen Jahr war Tochter Ingrid Alexandra geboren worden.

Dem in Norwegen lebenden Deutschen Walter Keim waren die vielen – wie er es nennt - «frei erfundenen Lügengeschichten« über das norwegische Königshaus zu viel und er beschwerte sich beim Deutschen Presserat über die Berichterstattung der Zeitschriften «a die aktuelle», «das neue», «7 Tage», «Frau mit Herz» und «Freizeitspaß». Nach Ansicht von Keim verstießen die Texte gegen mehrere Punkte des deutschen Pressekodex, weil sie nicht der Wahrheit entsprächen und die Intimsphäre nicht achten würden.
 

Presserat: Unfairer Umgang
Auch die Medienwächter waren der Meinung, dass unfair mit dem norwegischen Königshaus und dem Sohn von Mette-Marit umgegangen worden sei und entschieden nun gegen die deutschen Zeitschriften.

«Wir haben fünf Beschwerden gegen deutsche Zeitschriften bekommen und in allen Fällen eine Missbilligung ausgesprochen», bestätigte Arno Weyand vom Deutschen Presserat der Netzeitung. Publik gemacht werden die Entscheidungen im Falle einer Missbilligung üblicherweise nicht. Die Leser erfahren normalerweise erst bei einer öffentlichen Rüge von den Verfehlungen ihres Blattes.