netzeitung.deAus für letzte unabhängige Zeitung in Weißrussland

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Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In Minsk ist die letzte unabhängige Tageszeitung Pleite gegangen. Zuvor hatte ein Gericht eine Geldstrafe von 100 Millionen weißrussischen Rubel verhängt - wegen Beleidigung des Präsidenten.

In Weißrussland hat die letzte vom Staat unabhängige Tageszeitung ihr Erscheinen einstellen müssen. Die in der Hauptstadt Minsk herausgegebene Zeitung «Narodnaja Wolja» (Volkswille) ging nach eigenen Angaben vom Dienstag Pleite, nachdem auf richterliche Anweisung 100 Millionen weißrussische Rubel (knapp 40.000 Euro) von einem Verlagskonto eingezogen worden waren.

Ein Gericht hatte zuvor die Zeitung wegen angeblicher Beleidigung des Staatspräsidenten Alexander Lukaschenko zu der Strafe verurteilt.

«Dies ist definitiv der Tod der Pressefreiheit in Weißrussland», schrieb Chefredakteur Jossif Sereditsch in einer Abschiedskolumne. Polizeibeamte stürmten das Verlagsgebäude und beschlagnahmten Computer, Druckmaschinen und Papier.

Es gibt in Weißrussland noch einige wenige Oppositionsmedien, die aber nicht regelmäßig erscheinen. Lukaschenko hatte in der Vergangenheit nicht-staatliche Medien beschuldigt, Fakten zu entstellen, um die eigene Auflage zu erhöhen.

Die frühere Sowjetrepublik Weißrussland ist auf Grund der autoritären Politik Lukaschenkos international isoliert. Mehrere Oppositionsparteien wollen sich am kommenden Wochenende auf einen gemeinsamen Kandidaten für die Präsidentenwahl im kommenden Jahr einigen. (nz)