26.09.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Helmut Heinen
Foto: privat
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die EU will Product Placement im Fernsehen erlauben. Die Zeitungsverleger sehen darin das Ende der Trennung von Werbung und redaktionellem Inhalt.
Die Zeitungsverleger haben sich erneut gegen den EU-Plan ausgesprochen, das so genannte Product Placement im Fernsehen unbeschränkt zuzulassen. Unter Product Placement wird die gezielte Platzierung von Markenprodukten im TV-Programm verstanden. Was bei der geplanten Neuregelung der EU-Fernsehrichtlinie unter den Begriffen Liberalisierung und Deregulierung angeboten werde, bedeute in der Konsequenz eine Aufhebung der sauberen Trennung von Werbung und Programminhalten, sagte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, am Montag in Berlin.
Im Klartext heiße das, Schleichwerbung in Fernsehsendungen werde künftig erlaubt sein, laufe allerdings unter der Bezeichnung Product Placement. Dadurch würden das Fernsehen und alle Medien an Glaubwürdigkeit verlieren. So Heinen zum Auftakt eines BDZV- Kongresses.
Auf dem zweitägigen Kongress über die Zukunft der Zeitungsbranche wollten auch die für Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding und Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) sprechen.
«Vielfalt bewahren»Der BDZV forderte den neuen Bundestag und die Bundesregierung auf, sich erneut um eine Novellierung der Pressefusionskontrolle zu kümmern, über die es im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat in den vergangenen Monaten keine Einigung gab. Für die Verleger bleibe entscheidend, dass Kooperationen erleichtert werden sollten. «Dies ist der richtige Weg, um publizistische Vielfalt zu bewahren», sagte Heinen.
Der BDZV-Präsident forderte außerdem den Gesetzgeber auf, die reduzierte Mehrwertsteuer für Presseerzeugnisse beizubehalten. (nz)