netzeitung.deBBC öffnet sein Archiv für Kreative

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Die BBC erlaubt jedermann, ihr Archivmaterial als Basis für eigene Produktionen zu verwenden. Die Verwendung ist kostenlos und nur an wenige Bedingungen geknüpft.

Szenen aus alten «Derrick»-Folgen, aus Ilja Richters «Disco» oder alten Fernsehspielen als Rohmaterial für junge Clip-Designer? Viele Kreative wären begeistert, wenn es die Möglichkeiten gäbe, auf die alten Fernsehschätze in den Archiven ohne großen Aufwand zuzugreifen.

In Großbritannien ist das schon Realität – zum Teil zumindest: Die BBC hat damit begonnen, Fernsehclips aus ihren Archiven der Öffentlichkeit zur freien Verwendung zur Verfügung zu stellen. Knapp 100 Ausschnitte wurden in einem ersten Schritt freigegeben, darunter Aufnahmen aus populären britischen Sendungen wie «Walking with Beasts» und «Tomorrow’s World».

«To rip, mix and share» – zum Digitalisieren, mischen und weitergeben also stellt der Fernsehsender sein Material zur Verfügung, das er dazu unter die «Creative Archive License» gestellt hat. Damit darf jedermann das Material für eigene Zwecke einsetzen, so lange es nicht kommerziell, für politische Kampagnen oder zur Diffamierung anderer Menschen verwendet wird.

Video-Wettbewerb soll Projekt anschieben
Die jetzt freigegebenen Clips sind größtenteils einige Minuten lang, sie zeigen unter anderem Landschaften, Tiere und Kunst. Um dem Projekt einen zusätzlichen Schub zu geben, hat das BBC-Radioprogramm Radio 1 einen Wettbewerb um das beste aus dem Material erstellte Musikvideo ausgelobt: Alle Hörer sind aufgerufen, die Bilder mit einem dreiminütigen Musikstück zu kombinieren.

Die knapp 100 Ausschnitte sollen nur der Anfang sein, auch das British Film Institute, der Privatsender Channel 4, die Open University und das Lehrerfernsehen Teacher’s TV haben angekündigt, Material zur Verfügung zu stellen. «Ein junges, medienbewusstes Publikum» wolle man ansprechen, sagte Paul Gerhardt, der Direktor der Creative Archive License Group, die die Rahmenbedingungen für das Projekt geschaffen hat. Die Zielgruppe sei «natürlich angetan von der Idee, dass Inhalte zur Verfügung stehen, wenn sie sie brauchen. Sie werden es begrüßen, dass sie das Recht haben, das Material ihren Bedürfnissen anzupassen.»

Auch Andy Parfitt, der bei Radio 1 den Video-Wettbewerb betreut, freute sich im Gespräch mit seinem Sender: «Meine Erfahrung mit der Kreativität unserer Hörer lässt mich nicht daran zweifeln, dass wir zusammen einige großartige Sachen herstellen werden.» (nz)